Datum16.05.2026 16:26
Quellewww.spiegel.de
TLDREin maledivischer Militärtaucher starb an Dekompressionskrankheit bei der Suche nach vier der fünf italienischen Taucher, die in einer 50 Meter tiefen Höhle ums Leben kamen. Die Bergung der Leichen ist aufgrund der Tiefe und schwieriger Bedingungen extrem herausfordernd. Eine Leiche eines Italieners wurde bereits geborgen. Die internationale Gemeinschaft, darunter Italien, unterstützt die Rettungsbemühungen.
InhaltAuf den Malediven sind fünf Italiener beim Tauchen in einer 50 Meter tief gelegenen Höhle gestorben. Die Bergung der Leichen ist schwierig – und hat nun ein weiteres Todesopfer gefordert. Ein maledivischer Militärtaucher ist am Samstag gestorben, während er nach den Leichen von vier italienischen Tauchern suchte. Diese befinden sich vermutlich tief in einer Unterwasserhöhle. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums ist eine Gruppe von insgesamt fünf italienischen Tauchern am Donnerstag ums Leben gekommen, als sie eine Höhle im Vaavu-Atoll in einer Tiefe von etwa 50 Metern erkundeten. Eine der Leichen war bereits am Donnerstag geborgen worden. Die Grenze für Freizeittauchen auf den Malediven liegt bei 30 Metern. Der Sprecher des maledivischen Präsidenten, Mohammed Hussain Shareef, erklärte, dass Mohamed Mahudhee, ein Angehöriger der Maledivischen Nationalen Verteidigungsstreitkräfte, nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus in der Hauptstadt an der sogenannten Dekompressionskrankheit gestorben sei. "Sein Tod zeigt, wie schwierig diese Mission ist", sagte er. Schlechtes Wetter hat die Rettungsbemühungen wiederholt behindert. Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte, es werde alles Mögliche getan, um die Opfer nach Hause zu bringen. Sein Ministerium teilte mit, es arbeite mit dem Divers Alert Network zusammen, einer auf Tauchunfälle spezialisierten Organisation, um die Bergungsarbeiten und die Überführung der Leichen zu unterstützen. Die Todesursache wird noch untersucht. Bei den Opfern handelt es sich laut der maledivischen Regierung um Monica Montefalcone, außerordentliche Professorin für Ökologie an der Universität Genua, ihre Tochter Giorgia Sommacal, den Meeresbiologen Federico Gualtieri, die Forscherin Muriel Oddenino sowie den Tauchlehrer Gianluca Benedetti. Es war Benedettis Leiche, deren Bergung am Donnerstag gelungen war. Montefalcone und Oddenino befanden sich laut einer Erklärung der Universität Genua im Rahmen einer offiziellen wissenschaftlichen Mission auf den Malediven, um marine Ökosysteme zu beobachten und die Auswirkungen des Klimawandels auf die tropische Artenvielfalt zu untersuchen. Die Tauchaktion, bei der das tödliche Unglück geschah, sei jedoch nicht Teil der geplanten Forschung gewesen und "privat unternommen" worden. Höhlentauchen ist eine hochgradig technische und gefährliche Aktivität, die eine spezialisierte Ausbildung, besondere Ausrüstung und strenge Sicherheitsprotokollen erfordert. Die Risiken steigen erheblich in Umgebungen, in denen Taucher nicht direkt auftauchen können, und in großen Tiefen, insbesondere bei schlechten Bedingungen. Experten zufolge verlieren Taucher in Höhlen leicht die Orientierung, vor allem wenn aufgewirbelter Schlamm die Sicht stark einschränkt. Das Tauchen in 50 Metern übersteigt die maximale Tiefe, die die meisten renommierten Zertifizierungsstellen für Freizeittaucher empfehlen. Tiefen jenseits von 40 Metern gelten als technisches Tauchen und erfordern eine spezielle Ausbildung und Ausrüstung. Präsidentensprecher Shareef sagte, Benedettis Leiche sei nahe dem Höhleneingang gefunden worden, und die Behörden gingen davon aus, dass die übrigen vier in die Höhle eingedrungen seien. Zwei Italiener – ein Tiefseerettungsexperte und ein Höhlentauchexperte – sollen sich den Bergungsarbeiten anschließen, so Shareef. Italienische Behörden teilten mit, dass rund 20 weitere Italiener, die sich an der gleichen Expedition an Bord des Schiffes "Duke of York" befanden, in Sicherheit sind. Die italienische Botschaft in Colombo leiste den Personen an Bord Hilfe und habe die Hilfsorganisation Roter Halbmond kontaktiert, die angeboten habe, Freiwillige zur psychologischen Betreuung zu entsenden. Laut italienischem Außenministerium ist die Höhle in drei große Kammern unterteilt, die durch enge Gänge miteinander verbunden sind. Die Bergungsteams hätten am Freitag zwei der drei Kammern erkundet, die Suche sei jedoch aufgrund von Sauerstoff- und Dekompressionsüberlegungen eingeschränkt gewesen. Nun soll die dritte Kammer diesen Samstag erkundet werden.