Datum16.05.2026 15:29
Quellewww.spiegel.de
TLDREine 19-jährige Nazi-Sympathisantin wurde in Bristol wegen versuchten Mordes zu mindestens 15 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Sie attackierte einen kurdischen Barbier mit einer Axt, motiviert von extrem rechten Ansichten und Fantasien über die Tötung von Juden und Muslimen. In ihrer Wohnung wurden Propaganda und Anleitungen zum Bombenbau gefunden. Das Opfer überlebte mit schweren Verletzungen.
InhaltSie fantasierte vom Töten aller Juden und Muslime, ein kurdischer Barbier überlebte ihre Attacke im südwestenglischen Bristol mit Glück. Die junge Täterin muss nun eine lange Gefängnisstrafe antreten. Ein Gericht in Bristol hat eine 19-jährige Frau für einen Mordversuch zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Alina Burns bekannte sich laut Berichten von BBC und "The Guardian" schuldig, dass sie im August 2025 vor einem Barbershop in der südwestenglischen Stadt versucht hatte, einen dort arbeitenden iranischen Kurden mit einer Axt zu enthaupten. Sie bestritt eine terroristische Absicht. Die Richterin sah das anders und verurteilte die Täterin zu einer Haftstrafe von mindestens 15 Jahren und sechs Monaten. Weitere vier Jahre Haftstrafe verhängte sie auf Bewährung. Laut Staatsanwältin Serena Gates folgte die Angeklagte "einer extrem rechten Einstellung". Sie sei mit der Neonazigruppe Patriotic Alternative verbunden gewesen. Am Tag vor dem Angriff habe Burns sich Videos von SS-Märschen angesehen und eine E-Mail mit dem Betreff "Der Anbruch des Bürgerkriegs" verschickt. Einige Monate vor ihrem Angriff habe die Frau einen Chatpartner in einer Dating-App aufgefordert, er solle "alle Juden und Muslime in Großbritannien töten". Die Ermittler fanden in Burns’ Wohnung ein Exemplar von Adolf Hitlers Schrift "Mein Kampf" und weitere rassistische Literatur sowie Anleitungen zum Herstellen von Sprengstoff und Atomwaffen. Sarah Robbins von der Antiterroreinheit der Polizei in Südwestengland sprach vor Gericht von einem "extremen Glücksfall", dass diese "hinterhältige Attacke" kein Leben gekostet habe. Die damals 18-jährige Burns hatte den 27-Jährigen Mohammed Mahmoodi mit der Axt im Nacken getroffen, als dieser sich vor dem Geschäft mit einem Freund unterhielt. Das Opfer schaffte es, ihr die Waffe zu entreißen, bevor Burns nochmals zuschlagen konnte. Mahmoodi sprach von einer Narbe "als tägliche Erinnerung, dass ich fast getötet wurde". Burns' Verteidiger verwies auf eine schwierige Kindheit der Täterin, deren Familie jahrelang ohne festes Zuhause und ohne Schulbesuch der Kinder gelebt habe, obwohl beide Eltern Lehrer sind. Ein Lokalbericht von 2017 stellte die Familie vor, die damals von Hotel zu Hotel zog und mit verschiedenen Behörden stritt, nachdem sie ihre Wohnung in der Stadt Bridgwater infolge einer Überschwemmung hatte räumen müssen. Die Richterin Justice Lambert sagte in ihrem Urteil, sie habe "keinen Zweifel, dass Sie eine gefährliche Straftäterin sind und tief in Ihrem abnormen Glaubenssystem verhaftet bleiben".