Datum16.05.2026 06:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Artikel beleuchtet mehrere Themen: Spekulationen über Manuel Neuers Rückkehr ins DFB-Tor bei der WM, Tucker Carlsons Bruch mit Donald Trump und dessen mögliche Auswirkungen auf die US-Rechte, sowie die politische Dimension des Eurovision Song Contest angesichts des Gazakriegs. Des Weiteren werden die letzten Spiele der Fußball-Bundesliga und ungewöhnliche Wettbewerbe wie die Deutsche Meisterschaft im Bäume-Umarmen thematisiert.
InhaltSpekulationen über Deutschlands Nummer eins. Tucker Carlsons Bruch mit Donald Trump. Und: Wie viel Politik verträgt der Eurovision Song Contest? Das ist die Lage am Samstagmorgen. Heute geht es um Deutschlands Nummer eins, um Tucker Carlsons Bruch mit Donald Trump und um die Frage, wie viel Politik der Eurovision Song Contest aushält. Die 63. Spielzeit der Fußball-Bundesliga geht heute Nachmittag zu Ende. Mit einem hochspannenden Finale am Ende der Tabelle: Der VfL Wolfsburg, der 1.FC Heidenheim und der FC St. Pauli stehen punktgleich auf den letzten drei Plätzen. Nur das Team auf Platz 16 hat noch eine Chance, im Oberhaus zu bleiben – über die Relegationsspiele gegen den Dritten der Zweiten Liga. Dass Bayern München Meister wird, steht gefühlt seit dem ersten Spieltag fest. Das Heimspiel gegen den 1.FC Köln ist Party-Routine, bei der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überdimensionale Weizenbiergläser über Trainer Vincent Kompany ausgeschüttet werden. Aber, Achtung, für ein wenig Aufregung ist auch in der Allianz-Arena gesorgt. Denn eine Frage steht im Raum, oder besser: im Stadion: Wird Manuel Neuer bei der anstehenden Weltmeisterschaft noch mal Deutschlands Nummer eins? Eigentlich war Neuer nach der EM 2024 aus dem Nationalteam zurückgetreten, Spekulationen über eine Rückkehr wies er stets zurück. Nun aber hängt der 40-Jährige nicht nur ein Jahr bei den Bayern dran. Angeblich denkt Bundestrainer Julian Nagelsmann darüber nach, Neuer doch mit zur WM zu nehmen. Keine Frage, was Neuer zuletzt auf dem Platz gezeigt hat, war top. Und die Mannschaft könnte einen Führungsspieler seines Formats gebrauchen. Für Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann, der bisher als zuverlässiger erster Mann zwischen den Pfosten gesetzt war, wäre es dagegen eine bittere Degradierung. Am Abend ist Nagelsmann bei den ZDF-Kollegen vom "Aktuellen Sportstudio" zu Gast. Die drängendste Frage an ihn ist klar. Ob die Antwort des Trainers auch klar ausfällt? Flammt der Irankrieg wieder auf? "Ich werde nicht mehr lange geduldig sein", so hat es Donald Trump jetzt in einem Interview mit Sender Fox News erklärt. Es ist seine Art, dem Regime in Teheran mit neuen Angriffen zu drohen, sollte es nicht bald seine Vorräte an hoch angereichertem Uran preisgeben und einem Abkommen zustimmen. Fox News, das war mal die Heimat von Tucker Carlson. Und der hat schon lange die Geduld verloren. Mit Trump. Wegen Iran. Carlson, heute als Host der "Tucker Carlson Show" Sprachrohr der MAGA-Bewegung, hat einst geholfen, Trump großzumachen. Nun aber wendet er sich enttäuscht ab. Die US-Militärschläge gegen Iran an der Seite Israels hält er für einen Verrat am "America First"-Prinzip (mehr dazu hier). Früher feierte er Trump, jetzt verhöhnt er ihn. Meine Kollegin Julia Amalia Heyer aus dem SPIEGEL-Büro in Washington hat den Bruch der beiden Männer nachgezeichnet, der symptomatisch ist für die Risse, die sich im rechten Lager der USA auftun. Und sie geht der Frage nach, ob Carlson Trump womöglich im Weißen Haus beerben will. Entscheidend sei, "ob MAGA ein Personenkult ist, um Trump herumgebaut, oder eine Ideologie", schreibt Amalia. "Wenn es Letzteres ist, hat Carlson Chancen: Trumps Umfragewerte sind schlecht, der Krieg macht ihn nicht beliebter. Dass Carlson sich jetzt so lautstark von ihm distanziert, kann ihm nutzen." 25 Sängerinnen, Sänger und Bands kämpfen heute Abend auf der Bühne der Wiener Stadthalle um den Sieg im Eurovision Song Contest (ESC). Wie politisch ist der ESC? Wie politisch darf, muss, soll er sein? Um diese Frage dreht sich wieder einmal ein großer Teil der Berichterstattung. Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb, weil Israel dabei ist. Diese Art von Protest gegen den Gazakrieg kann man richtig oder falsch finden. Dass aber die Frage nach der Politik noch grundsätzlich gestellt wird, muss einen verwundern. Sicher, der ESC war einst als explizit unpolitische Spaßveranstaltung ins Leben gerufen worden. Doch gerade in den vergangenen Jahren musste nicht nur so mancher Auftritt als politisches Statement verstanden werden. Auch die Krise im Nahen Osten, Russlands Krieg gegen die Ukraine, der Brexit warfen ihre Schatten auf das Festival. Wie auch nicht? Der ESC – erst recht, weil er als Länderwettbewerb daherkommt – findet nicht im luftleeren Raum statt. Gleiches gilt für andere Kulturevents wie die Kunstbiennale in Venedig oder die Filmfestspiele in Berlin. Können ESC und Co. das aushalten? Sie müssen. Ach ja, der Wettbewerb: Es gibt einige Favoriten, das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen etwa, oder der griechische TikTok-Star Akýlas. Dass irgendjemand dem deutschen Beitrag "Fire" von Sarah Engels einen der vorderen Plätze zutraut, habe ich nirgends gehört oder gelesen. "Zu unoriginell" sei der Titel, urteilt mein Kollege Felix Bayer. "Mit einem Song, der ›I'm on fire‹ auf ›you're a liar‹ reimt, wird man da nicht groß landen können." Nicht einmal die gefürchteten zero points seien ausgeschlossen (mehr dazu hier ). Natürlich ist der ESC vor allem ein TV-Event. Aber ich will Ihnen wärmstens empfehlen, das Ganze auf dem Second Screen auf SPIEGEL.de zu verfolgen. Meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Kulturressort werden den Abend wie in den Jahren zuvor im Liveticker begleiten, fachkundig und höchst unterhaltsam. Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. … wird in Bad Pyrmont gekürt. In dem niedersächsischen Kurbad findet heute erstmals die Deutsche Meisterschaft im Bäume-Umarmen statt. Es gibt einen Einzel- und einen Mannschaftswettbewerb. Jeweils drei Disziplinen sind zu absolvieren: Schnelligkeit (möglichst schnell eine bestimmte Anzahl von Bäumen umarmen), Kreativität und Innigkeit (Bäume möglichst künstlerisch oder herzlich umarmen) und Baumwissen (Schätzfragen beantworten). Teilnehmen kann jede und jeder, "Vorkenntnisse sind nicht nötig", heißt es im Info-Flyer, "Freude an der Natur und ein offenes Herz reichen aus". Klingt alles schräg, stimmt schon, ist aber gar nicht so neu. Die Weltmeisterschaft im "Tree Hugging" gibt es in Finnland schon seit einigen Jahren. Als "Donor Dan" erfüllt Daniel Bayen Frauen ihren Kinderwunsch: Der Krefelder betreibt ein Samenspenden-Netzwerk, Kontakte kommen über soziale Medien zustande. Einblick in einen unregulierten Markt voller Hoffnungen – und Abgründe . Ich wünsche Ihnen ein wunderbares Wochenende. Herzlich,Ihr Philipp Wittrock, Autor im SPIEGEL-Hauptstadtbüro