Energieversorgung: CDU will Öl- und Gasreserven ausbauen

Datum16.05.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie CDU Niedersachsen fordert den Ausbau von Öl- und Gas-Speichern in Salzkavernen, um die Energieversorgungssicherheit zu erhöhen und sich unabhängiger von globalen Krisen zu machen. Landeschef Sebastian Lechner argumentiert, dass fossile Energien auch in Zukunft wichtig bleiben. Gleichzeitig kritisiert er die Praxis, überschüssigen Windstrom abzuregeln und plädiert stattdessen für Speicherlösungen und Wasserstoffproduktion.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Energieversorgung“. Lesen Sie jetzt „CDU will Öl- und Gasreserven ausbauen“. Niedersachsen beheimatet mit die größten deutschen Öl- und Gasspeicher – und ginge es nach der CDU, sollten Bund und Land diese strategischen Reserven aufstocken. "Wir sollten die Energiereserven an Öl und Gas auf jeden Fall ausbauen", sagte CDU-Landeschef Sebastian Lechner der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Niedersachsen kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, weil wir auf einem der größten Salzstöcke Europas sitzen. Und wir haben Erfahrung darin, wie das geht. Wir können das." In den Salzstöcken gibt es künstlich angelegte Hohlräume, sogenannte Kavernen, die zur Speicherung von Öl und Gas genutzt werden können. Lechner argumentiert, Deutschland müsse sich unabhängiger machen von den Krisen in der Welt. "Ich glaube keine Minute daran, dass wir Resilienz allein mit Strom organisieren können, sondern wir werden weiterhin auch fossile Energien brauchen, zum Beispiel in Phasen möglicher Stromausfälle", sagte der CDU-Politiker. "Und wir müssen uns auch besser gegen Öl- und Gaspreisschwankungen absichern. Wir müssen mehr in Szenarien denken, die wir uns alle nicht wünschen, die aber leider möglich sind." Es brauche daher Reserven, die auch in Notsituationen tragen. Die Kritik, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) drehe die Energiewende zurück, wies Lechner unterdessen zurück. "Wir sind uns alle einig, dass wir niedrigere Energiepreise brauchen. Das ist gerade für den Industriestandort Niedersachsen von hoher Bedeutung", sagte er. Allerdings warb Lechner dafür, Windkraftanlagen, die überschüssigen Strom produzieren, nicht mehr abzuregeln. "Eine Windkraftanlage abzuregeln und dafür noch eine Vergütung zu zahlen, ist absurd. Wir wollen stattdessen den überschüssigen Strom nutzen, anstatt ihn abzuregeln", sagte er. Dazu müsse man die Vorschläge von Reiche anpassen. Möglich seien etwa Anreize, um überschüssigen Strom zu speichern, in Wasserstoff umzuwandeln oder direkt in Industrieanlagen einzuspeisen, sagte Lechner. "Das kann ein echter Standortfaktor für Niedersachsen sein. Das ist aus unserer Sicht auch zu viel geringeren Kosten möglich, als wir heute für die sinnlose Abregelung ausgeben." In einem Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums für ein Netzpaket steht ein sogenannter "Redispatchvorbehalt": Demnach sollen Gebiete, in denen eine Abregelung erneuerbarer Energien im Vorjahr über drei Prozent lag, für bis zu zehn Jahre als "kapazitätslimitiert" ausgewiesen werden können. Neue Windräder oder Solaranlagen sollen Betreiber in diesen Gebieten nur errichten dürfen, wenn sie für zehn Jahre auf Entschädigungen bei einer Abregelung verzichten. Energieverbände kritisieren, damit würde der Einspeise- und Anschlussvorrang für erneuerbare Energien faktisch aufgehoben. © dpa-infocom, dpa:260516-930-86838/1