Datum16.05.2026 04:45
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobt die Organisation der ersten drei Castor-Transporte. Obwohl die Einsätze, die nächtlich und mit hohem Personalaufwand stattfinden, belastend sind, hebt die GdP die gute Steuerung der Einsatzkräfte hervor. Dienstpläne werden rechtzeitig erstellt und die Belastung durch Rotation gerecht verteilt. Die Warnungen vor Massenüberstunden im Vorfeld relativiert die Gewerkschaft. Der vierte Transport wird am Dienstag erwartet, begleitet von Protesten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Lob von der GdP“. Lesen Sie jetzt „Gewerkschaft: Einsatz bei Castor-Transporten gut organisiert“. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat nach den ersten drei Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll eine positive Bilanz der Einsätze gezogen. Die Belastung für die Einsatzkräfte werde gut gesteuert, sagte André Maier, Sprecher des Arbeitskreises Bereitschaftspolizei der GdP NRW. Bislang gab es drei Castor-Transporte aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Insgesamt müssen 152 Castor-Behälter mit Atommüll über die rund 170 Kilometer lange Strecke transportiert werden - jeweils abgesichert durch ein Großaufgebot der Polizei. Die Gewerkschaft hatte im Vorfeld der Einsätze vor der enormen Arbeitsbelastung für die Polizeibeamten gewarnt und die Transporte kritisiert. Durch die Transporte fielen Überstunden "in Massen" an, hatte GdP-Landeschef Patrick Schlüter erst kürzlich betont. Tatsächlich sei die Belastung für die Polizei bei jedem Einsatz groß, sagte Maier. "Die Arbeitszeiten sind nicht dankbar, der Transport findet immer nur in der Nacht statt." Einsatzkräfte müssten schon Stunden vor Beginn des Transports die Strecke sichern. "Wir schauen, ob es Versammlungen gibt, wie groß die sind und mit wie vielen Kräften wir uns da aufstellen müssen." Allerdings würden die Dienstpläne für die Einsätze mit genügend Vorlauf für die betroffenen Polizistinnen und Polizisten erstellt, lobte der Gewerkschafter. "Man erfährt nicht erst eine Woche vorher, welche Einheit den Schutz für einen Transport übernimmt." Außerdem sorge die Polizeiführung dafür, dass nicht immer die gleichen Einheiten die undankbaren Nachteinsätze machen müssen. "Das rotiert nach einem klaren Plan." Es werde auch darauf geachtet, dass nicht mehr Polizisten als nötig im Einsatz seien, sagte Maier. "Das geschieht wirklich mit Augenmaß, immer angepasst an die Lage." Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten den vierten Transport von hochradioaktivem Atommüll aus Jülich nach Ahaus am Dienstag (19.5.). Aktivisten wollen erneut mit einer Mahnwache gegen die Castor-Transporte protestieren. Eine offizielle Bestätigung der Behörden, wann der nächste Transport geplant ist, gibt es im Vorfeld grundsätzlich nicht. © dpa-infocom, dpa:260516-930-86694/1