Trump rechnet nicht mit Freilassung von Hongkonger Verleger Lai

Datum16.05.2026 01:54

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump setzte sich bei seinem China-Besuch vergeblich für die Freilassung des inhaftierten Hongkonger Verlegers Jimmy Lai ein. Trump äußerte sich pessimistisch bezüglich einer positiven Reaktion der chinesischen Führung auf seine Anfrage. Lai, eine Symbolfigur der Demokratiebewegung, wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt, was Kritiker als politisch motiviert betrachten. Trump hatte zuvor bereits mehrfach Lais Freilassung gefordert.

InhaltJimmy Lai gilt als Symbolfigur der Demokratiebewegung in Hongkong und sitzt derzeit eine lange Haftstrafe ab. Trump will sich in China für ihn eingesetzt haben – ohne Erfolg. US-Präsident Donald Trump hat sich bei seinem Besuch in China nach eigenen Angaben vergeblich um eine Freilassung des seit Jahren inhaftierten Hongkonger Verlegers Jimmy Lai eingesetzt. "Ich muss sagen, dass ich Jimmy Lai angesprochen habe, und ich würde sagen, die Reaktion darauf war nicht positiv", sagte Trump in einem vorab veröffentlichten Clip eines Interviews mit Fox News. Er sei mit Blick auf den Fall nicht sonderlich optimistisch, so Trump. Der 78-jährige Medienmogul und Demokratieaktivist Lai gilt als Symbolfigur der Demokratiebewegung in Hongkong. Er sitzt seit 2021 im Gefängnis und wurde unter anderem wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften und der Veröffentlichung aufrührerischer Publikationen schuldig gesprochen. Erst im Februar war er zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt worden – mehr dazu hier. Kritiker betrachten die Verurteilung als politisch motiviert. Lai hat die Vorwürfe gegen ihn stets bestritten. Trump sagte, er habe in China auch das hohe Alter sowie den Gesundheitszustand Lais geltend gemacht, allerdings ohne Erfolg. Bereits zuvor hatte der US-Präsident mehrfach die Freilassung Lais gefordert. Lai gilt als Unterstützer Trumps. Schon während des Wahlkampfs in den USA hatte Trump 2024 in einem Podcast versprochen: "Ich werde ihn da raus bekommen." Der US-Präsident war für einen zweitägigen Staatsbesuch nach China gereist – zusammen mit diversen CEOs amerikanischer Unternehmen. Es war ein Gipfel mit freundlichen Zeremonien und schönen Bildern, konkrete Einigungen in wesentlichen Streitthemen zwischen den USA und China gab es jedoch keine – mehr dazu hier . Wer auf klare Zusagen von Trump an die von China beanspruchte Inselrepublik Taiwan gehofft hatte, wurde enttäuscht. Trump sagte weder einen in der Schwebe hängenden Rüstungsverkauf an Taiwan im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zu – noch beantwortete er die Frage, ob die USA Taiwan verteidigen würden. "Ich will das nicht sagen", erklärte er. Nur er kenne die Antwort darauf. Xi habe ihn das auch gefragt. "Ich sagte, ich will über diese Dinge nicht sprechen", so Trump. Trump und Putin scheitern mit ihrer Großmachtpolitik. Xi sollte das eine Lehre sein – der SPIEGEL-Leitartikel zum China-USA-Gipfel