Harvey Weinstein: Erneut Vergewaltigungsprozess gegen ihn geplatzt

Datum15.05.2026 21:42

Quellewww.spiegel.de

TLDREin weiterer Vergewaltigungsprozess gegen Harvey Weinstein ist geplatzt, da sich die Jury nicht einigen konnte. Schauspielerin Jessica Mann wirft Weinstein Vergewaltigung im Jahr 2013 vor, was er bestreitet und als einvernehmlich bezeichnet. Ein früherer Prozess zu Manns Vorwürfen endete ebenfalls ohne Urteil. Urteile aus 2020 wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung waren 2024 wegen Verfahrensfehlern aufgehoben worden. Weinstein verbüßt aktuell eine Haftstrafe in Kalifornien.

Inhalt2020 wurde Filmproduzent Harvey Weinstein vor Gericht schuldig gesprochen. Das Urteil galt als Meilenstein, bis es 2024 überraschend kassiert wurde. Im dritten Anlauf des Prozesses ist eine Jury nun schon wieder uneins. Zum wiederholten Mal ist ein Vergewaltigungsprozess gegen den früheren Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein geplatzt. Weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten, erklärte ein New Yorker Richter das Verfahren zu Vorwürfen der Schauspielerin Jessica Mann für gescheitert. Die Jury sei "hoffnungslos festgefahren", sagte Richter Curtis Farber, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Mann wirft dem heute 74-jährigen Weinstein vor, sie im Jahr 2013 vergewaltigt zu haben. Der ehemalige Produzent beteuert seine Unschuld: Der Sex mit der Schauspielerin sei einvernehmlich gewesen. Bereits im Juni 2025 war ein Prozess zu Manns Vorwürfen ohne Urteil zu Ende gegangen, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten. Im selben Verfahren hatte die Jury Weinstein wegen sexueller Nötigung der Produktionsassistentin Miriam Haley für schuldig befunden, ihn aber vom Vorwurf der sexuellen Nötigung des Models Kaja Sokola freigesprochen. Mit Blick auf die Vorwürfe von Jessica Mann und Miriam Haley war Weinstein bereits 2020 in New York schuldig gesprochen worden. Die Urteile wurden aber 2024 aufgrund von Verfahrensfehlern aufgehoben, die Fälle mussten deswegen neu aufgerollt werden. Staatsanwalt Alvin Bragg zeigte sich angesichts des erneut gescheiterten Prozesses enttäuscht, dankte den Geschworenen aber für ihre Arbeit. "Seit fast einem Jahr kämpft Jessica Mann um Gerechtigkeit." Ob das Verfahren zum vierten Mal neu aufgerollt wird, war zunächst unklar. Neben Mann, Haley und Sokola haben rund 80 weitere Frauen dem Produzenten von Hollywood-Kassenschlagern wie "Pulp Fiction" und "Shakespeare in Love" Sexualstraftaten vorgeworfen. Ins Rollen kam der Skandal 2017 durch Enthüllungen in der "New York Times" und im Magazin "New Yorker", die die Filmbranche erschütterten. Der einstige Hollywood-Mogul verbüßt derzeit eine im US-Bundesstaat Kalifornien verhängte 16-jährige Gefängnisstrafe wegen anderer Sexualstraftaten. Gegen dieses Urteil hat der 74-Jährige Berufung eingelegt.