Datum15.05.2026 20:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRBeim Filmfestival in Cannes verurteilte Regisseur Asghar Farhadi den Tod von Zivilisten im Irankrieg, verursacht durch Luftangriffe der USA und Israels, sowie die Niederschlagung von Protesten im Iran. Er bezeichnete beide Ereignisse als schmerzhaft und unvergesslich. Farhadis neuester Film "Histoires parallèles" konkurriert in Cannes. Der Artikel erwähnt auch die verschiedenen Zahlen zu Opfern der Proteste im Iran.
InhaltBeim Filmfestival in Cannes hat Asghar Farhadi sich deutlich gegen die Niederschlagung der Proteste in Iran positioniert. Auch für das Vorgehen der USA und Israel im Irankrieg fand er deutliche Worte. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi hat den Tod von Zivilisten im Irankrieg und die Niederschlagung der regierungskritischen Proteste im Januar in seiner Heimat verurteilt. Farhadi beklagte am Freitag bei einer Pressekonferenz beim Filmfestival in Cannes "den Tod zahlreicher Unschuldiger, von Kindern und Zivilisten" bei den Luftangriffen der USA und Israels auf Iran. "Und vor diesem Krieg gab es den Tod zahlreicher Demonstranten, Menschen, die auf die Straße gegangen waren, um zu protestieren, die ebenso unschuldig waren und massakriert wurden", fügte der 54-Jährige hinzu. Diese beiden Ereignisse seien äußerst schmerzhaft und würden niemals vergessen werden. Farhadi, der 2012 und 2017 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann, tritt mit seinem jüngsten Werk "Histoires parallèles" (Parallele Geschichten) im Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes an. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Irankrieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe. Bei den regierungskritischen Protesten in Iran Anfang des Jahres waren den iranischen Behörden zufolge mehr als 3000 Menschen getötet worden. Im Ausland ansässige Nichtregierungsorganisationen schätzten die Zahl der Getöteten hingegen weitaus höher ein; auf 7000 bis 35.000 Menschen, unter ihnen vor allem Demonstrierende.