Bundeskanzler Friedrich Merz bekundet Einigkeit nach Telefonat mit Trump

Datum15.05.2026 15:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRBundeskanzler Friedrich Merz telefonierte mit US-Präsident Donald Trump, um Spannungen abzubauen. Hauptthema war der Ukraine-Krieg und die Möglichkeit von Friedensbemühungen. Beide zeigten Einigkeit bezüglich des Irans: Teheran muss verhandeln, die Straße von Hormus offen bleiben und keine Atomwaffen erhalten. Kurz nach dem Gespräch kursierte jedoch eine neue kritische Äußerung Merz' über die USA in Trumps Umfeld, die für Verstimmung sorgte.

InhaltEin Gespräch sollte die Wogen zwischen dem Kanzler und dem US-Präsidenten glätten. Doch nahezu zeitgleich sorgen neue US-kritische Töne von Merz in Trumps Umfeld für Verstimmung. Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. "Wir sind uns einig: Der Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch kommen", schreibt der CDU-Politiker Merz auf X über das Gespräch mit dem US-Präsidenten während dessen Rückreise aus China. Nach SPIEGEL-Informationen stand der Krieg in der Ukraine im Mittelpunkt des Telefonats zwischen Merz und Trump. Es ging um die Frage, wie erneute Friedensbemühungen aussehen könnten. Zum Thema Irankrieg äußerte Merz auf X: "Die Straße von Hormus muss geöffnet werden". Teheran dürfe keine Nuklearwaffen haben. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Das Telefonat kam auf Wunsch des Kanzlers zustande. Nach SPIEGEL-Informationen war es Merz ein Anliegen, mit Trump persönlich zu sprechen, um die jüngsten Spannungen zwischen Washington und Berlin auszuräumen. Trump hatte Merz zuletzt scharf kritisiert: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social über den Kanzler. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!". Zuvor hatte Merz mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Iran gesagt, da werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung". Merz rief Trump kurz nach seinem Auftritt beim Katholikentag in Würzburg an. Dort hatte Merz erneut mit einer Äußerung für Aufsehen gesorgt, die in Trumps Umfelds offenbar nicht gut ankommt. Während einer Podiumsdiskussion sagte der Kanzler: "Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten." Wenig später verbreitete Richard Grenell das Zitat auf der Plattform X . Grenell war in der ersten Amtszeit Trumps Botschafter der USA in Deutschland und gilt als einflussreiches Sprachrohr der MAGA-Bewegung. Der Kanzler, behauptete Grenell auf X, werde von "woken deutschen Medien" kontrolliert. Der amerikanische Präsident macht, was er will, und Europa spielt die Betrogene. Dabei war der Regelbruch in Washington schon immer Teil der internationalen Politik. Neu ist etwas ganz anderes, schreibt die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff in ihrem Gastbeitrag. Mehr über die transatlantische Illusion lesen Sie hier .