Datum15.05.2026 14:27
Quellewww.zeit.de
TLDREine seltene, streng geschützte Äskulapnatter wurde in Wasserburg am Inn gesichtet. Die ungiftige Schlange, eine der seltensten Deutschlands, wurde bei einer naturkundlichen Beobachtung entdeckt. Experten rätseln über ihre Herkunft – ob natürliches Vorkommen, Einwanderung oder Aussetzung. Klimatische Veränderungen könnten eine Ausbreitung begünstigen. Der Fund ist naturschutzfachlich bedeutend und deutet auf intakte Lebensraum-Strukturen am Inn hin. Bürger werden gebeten, Sichtungen zu melden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schlangenfund“. Lesen Sie jetzt „Seltene Äskulapnatter am Inn gesichtet – Experten rätseln“. Überraschende Entdeckung am Inn: In Wasserburg ist eine Äskulapnatter nachgewiesen worden – eine streng geschützte und in Bayern stark gefährdete Schlangenart. Das ungiftige Tier zähle zu den seltensten Reptilien Deutschlands, teilte das Landratsamt Rosenheim mit. Entdeckt wurde die Schlange bei einer naturkundlichen Beobachtung im Stadtgebiet nahe des Inns. Unklar ist den Angaben zufolge, ob die Schlange dort mittlerweile natürlich vorkommt, aus bekannten Vorkommen eingewandert ist oder möglicherweise ausgesetzt wurde. Das soll nun untersucht werden. In Bayern sind stabile Vorkommen bisher vor allem aus dem österreichischen Grenzgebiet bei Burghausen bekannt. Ein Nachweis im Raum Wasserburg sei außergewöhnlich und werfe Fragen zur Herkunft des Tieres auf, erläuterte das Landratsamt. Experten schließen demnach nicht aus, dass klimatische Veränderungen eine Ausbreitung der Art begünstigen können. Naturschutzfachlich sei der Fund von großer Bedeutung, sagte der Biodiversitätsberater des Landratsamts Jonas Garschhammer. Der Fund könne als Hinweis auf Lebensraum-Strukturen entlang des Inns gewertet werden. Das Landratsamt bat, Sichtungen zu melden. Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) gilt als größte heimische Schlangenart Mitteleuropas und kann bis zu zwei Meter lang werden. Typisch sind ihre olivbraune Färbung und ihr ruhiges Verhalten. Für Menschen ist die Schlange ungefährlich. Durch das Einspreizen ihrer Schuppen kann sie besonders gut klettern und sogar senkrechte Baumstämme erklimmen. Deshalb gilt sie als einzige "Baumschlange" Mitteleuropas. Ihren Namen verdankt sie dem griechischen Heilgott Asklepios, dessen von einer Schlange umwundener Stab als Symbol für Medizin und Apotheken bekannt ist. © dpa-infocom, dpa:260515-930-84578/1