Großbritannien: Ex-Gesundheitsminister Streeting unterstützt möglichen Starmer-Herausforderer Burnham

Datum15.05.2026 14:26

Quellewww.spiegel.de

TLDRManchester Bürgermeister Andy Burnham wird als Herausforderer von Labour-Chef Keir Starmer gehandelt. Der Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting unterstützt Burnhams möglichen Einzug ins Unterhaus. Burnham kandidiert für den bisher vakanten Wahlkreis Makerfield. Er hat nationale politische Ambitionen und will die britische Wirtschaft mit staatlichen Interventionen und höheren Steuern reformieren, nach dem Vorbild des "Manchesterismus".

InhaltManchesters Bürgermeister Andy Burnham braucht ein Unterhaus-Mandat, will er Labour-Chef und Premier Keir Starmer herausfordern. Unterstützung dafür erhält er nun vom jüngst zurückgetretenen Minister Wes Streeting. In der britischen Labour-Partei kristallisiert sich der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, immer deutlicher als zentraler parteiinterner Herausforderer von Premierminister Keir Starmer heraus. Nun wird eine Kandidatur Burnhams für das Unterhaus auch vom zurückgetretenen Gesundheitsminister Wes Streeting unterstützt. "Wir brauchen unsere besten Spieler auf dem Platz. Es besteht kein Zweifel daran, dass Andy Burnham einer von ihnen ist", schrieb Streeting auf X. Burnham will im Wahlkreis Makerfield, westlich von Manchester, für ein Mandat kandidieren und könnte damit ins britische Parlament einziehen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Der bisherige Mandatsträger für Makerfield, der Labour-Abgeordnete Josh Simons, hatte angekündigt, sein Amt niederzulegen. Damit wird es eine Neuwahl in dem Wahlkreis geben. Burnham gilt bereits seit Langem als möglicher Nachfolger Starmers für den Labour-Vorsitz. Der Bürgermeister war bereits Minister unter Gordon Brown und hat sich in Manchester als Labour-Politiker mit eigenem Machtzentrum neu erfunden. Doch um Starmer im Amt des Premierministers herauszufordern, fehlt ihm bislang das Mandat im Unterhaus. Premierminister können in der Regel nur Mitglieder des Parlaments werden. Starmers Machtbasis war durch den Rücktritt Streetings am Donnerstag weiter erodiert. Es sei nun klar, "dass Sie die Labour-Partei nicht in die nächste Unterhauswahl führen werden", so Streeting in seinem Rücktrittsschreiben an Starmer. Ob er selbst kandidieren werde, ließ Streeting jedoch offen. Burnham macht aus seinen Ambitionen indes keinen Hehl. Von Greater Manchester aus seien die Möglichkeiten begrenzt, schrieb Burnham am Donnerstagabend auf X : "Viel größere Veränderungen sind auf nationaler Ebene notwendig, wenn das tägliche Leben wieder erschwinglicher werden soll." Er werde daher die Bestätigung des National Executive Committee (NEC) der Labour-Partei um Erlaubnis bitten, bei der Nachwahl im Wahlkreis Makersfield anzutreten. Burnham will die marode britische Wirtschaft mit staatlichen Interventionen und höheren Steuern für Besserverdienende und Vermögende wieder auf Trab bringen. Blaupause soll der von ihm initiierte "Manchesterismus" sein. Ein Beispiel dafür ist die Reform des öffentlichen Personennahverkehrs. Nach Jahrzehnten der Privatisierung liegt die Kontrolle von Bussen und Bahnen wieder in öffentlicher Hand.