Fifa: Saudi-Arabiens Staatsfonds wird Sponsor der Fußball-WM

Datum15.05.2026 09:47

Quellewww.zeit.de

TLDRDer saudische Staatsfonds PIF wird Sponsor der Fußball-WM 2026. Dies markiert einen weiteren Schritt in Saudi-Arabiens wachsender Sportinvestition, mit starkem Fokus auf Fußball. Die Beteiligung unterstreicht das Bestreben des PIF, seine globale Präsenz im Sportgeschäft auszubauen, obwohl der Fonds sich aus der umstrittenen LIV Golf-Serie zurückzieht.

InhaltBei der Finanzierung von Spitzensport setzt Saudi-Arabien verstärkt auf Fußball. Der Staatsfonds PIF unterzeichnete ein Sponsorenabkommen für die WM 2026. Der saudische Staatsfonds PIF hat einen Sponsorenvertrag mit dem Fußballweltverband unterzeichnet und wird die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada als Turniersponsor unterstützen. Wie die Fifa mitteilte, sind mehrere Tochterunternehmen des Fonds an der Vereinbarung beteiligt. Dazu gehört auch die Savvy Games Group, die wiederum am EA-FC-Entwickler Electronic Arts beteiligt ist. Mit dem Schritt setzt der PIF seinen Ausbau im internationalen Sportgeschäft fort. Fußball spiele dabei eine zentrale Rolle, sagte PIF-Vertreter Mohamed Al-Sayyad. Der saudische Fonds gehört zur dritten Kategorie der Fifa-Partner. Zur ersten zählen Unternehmen wie Adidas, Coca-Cola und Visa, seit 2024 auch der saudische Ölkonzern Aramco. Die zweite Kategorie umfasst Unternehmen aus den drei WM-Gastgeberländern. Zuletzt sorgte der Staatsfonds für Aufmerksamkeit, da er sich aus der umstrittenen Golfserie LIV Golf zurückzieht und seine milliardenschwere Finanzierung nur noch bis zum Ende der laufenden Saison fortsetzen will. Zur Begründung hieß es, der langfristige Kapitalbedarf der erst 2022 gegründeten Konkurrenz zur etablierten PGA Tour passe nicht mehr zur aktuellen Investitionsstrategie des Fonds. Die von PIF finanzierte Serie gilt wegen Sportswashing-Vorwürfen als hochumstritten. Sie warb Topspieler mit enormen Preisgeldern an und steht zugleich wegen der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien in der Kritik. Sportswashing bezeichnet den Versuch von Staaten, Regierungen, Unternehmen oder anderen einflussreichen Akteuren, ihr öffentliches Image mithilfe des Sports zu verbessern. Dabei investieren sie gezielt in Sportveranstaltungen, Vereine, Turniere oder Sponsoring, um sich modern, erfolgreich und weltoffen zu präsentieren. Kritiker sprechen von Sportswashing, wenn solche Investitionen dazu dienen sollen, von Problemen wie Menschenrechtsverletzungen, Korruption oder autoritären Strukturen abzulenken. Saudi-Arabien hat in den vergangenen Jahren riesige Summen in den internationalen Sport investiert – unter anderem in Fußball und Golf, aber auch in die Formel 1, Boxen, Tennis und E-Sport. Im vergangenen Jahr wurde das Königreich zudem als Ausrichter der Fußballweltmeisterschaft 2034 bestimmt.