Datum14.05.2026 21:55
Quellewww.zeit.de
TLDRUnter dem Motto "Männer gegen Gewalt" protestierten am Himmelfahrtstag mehr als tausend Menschen in Berlin und Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und Femizide. Die Veranstaltungen setzten einen Kontrapunkt zu Vatertagsfeiern und forderten Solidarität mit Frauen und marginalisierten Gruppen. Redner betonten, dass Gewalt gegen Frauen ein strukturelles Problem sei und Männer sich stärker engagieren müssten. Gefordert werden mehr Mittel für Frauenhäuser und Prävention sowie eine Anpassung des Sexualstrafrechts.
InhaltIn Berlin und Hamburg sind Hunderte unter dem Motto "Männer gegen Gewalt" auf die Straße gegangen. Die Veranstalter wollen ein Zeichen für Solidarität mit Frauen setzen. Unter dem Motto "Männer gegen Gewalt" haben mehr als tausend Menschen gegen häusliche Gewalt, Femizide und sexuelle Belästigungen von Frauen protestiert. Damit sollte nach Angaben der Veranstalter ein Gegenakzent zu den üblichen Vatertagsfeiern am Himmelfahrtstag gesetzt werden. "Statt den Vatertag/Herrentag mit Alkohol und (sexualisierter) Belästigung zu feiern, setzen wir gemeinsam ein Zeichen für Solidarität mit Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre und transgender Personen", teilte die Initiative "Männer gegen Gewalt" in Berlin mit. Die Veranstalter sprachen von 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich bei Regen und Hagel auf dem Pariser Platz versammelt hatten, die Polizei von etwa 800. Redner und Rednerinnen waren unter anderem der Komiker und Moderator Aurel Mertz, die Autorin und Journalistin Daniela Sepehri und der Sänger und politische Aktivist Battal, der in seiner Kindheit und Jugend selbst häuslicher Gewalt durch seinen Vater ausgesetzt war. Gewalt gegen Frauen sei ein strukturelles Problem und habe ein Geschlecht, sagte Battal: "Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann." Gerade deswegen sei es die Verantwortung der Männer, das Schweigen zu brechen: "Es reicht nicht mehr aus, kein Täter zu sein, wir müssen endlich lauter werden und das hätte schon gestern passieren müssen." In Hamburg kamen zahlreiche Menschen auf dem Heiligengeistfeld zusammen, um dem Vatertag eine andere Bedeutung zu geben. Die Hamburger Gruppierung "Come On Boys" hatte dazu aufgerufen. "Es fängt mit uns an. Es ist unsere Aufgabe. Es ist unsere Verantwortung", sagte ein Sprecher. Auch viele Frauen und Kinder waren bei der Kundgebung dabei. Die Initiative "Männer gegen Gewalt" fordert unter anderem mehr Geld für Frauenhäuser, Prävention und Betroffenenhilfe, spezialisierte Kammern in Gerichten und die Umsetzung von "Nur Ja heißt Ja" im Sexualstrafrecht. Im deutschen Strafrecht gilt seit rund zehn Jahren der sogenannte "Nein heißt Nein"-Grundsatz: Jede sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen einer Person steht unter Strafe. Mit Material von dpa und epd.