Feministische Performancekunst: Österreichische Künstlerin Valie Export ist tot

Datum14.05.2026 19:45

Quellewww.zeit.de

TLDRDie provokative österreichische Performancekünstlerin Valie Export ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Bekannt für Aktionen wie "Tapp und Tastkino" und "Genitalpanik", setzte sie sich kritisch mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung des weiblichen Körpers auseinander. Ihre radikale Kunst, die auch Film und Fotografie umfasste, wurde oft als aggressiv und tabu­brechend empfunden. Sie hinterlässt ein bedeutendes feministisches Erbe.

InhaltMit provokativen Aktionen wie dem "Tapp und Tastkino" oder "Genitalpanik" polarisierte die feministische Künstlerin Valie Export. Nun ist sie mit 85 Jahren gestorben. Die für ihre feministischen und provokativen Projekte bekannte österreichische Aktionskünstlerin Valie Export ist tot. Wie die Valie Export Stiftung mitteilte, starb sie an diesem Donnerstag in Wien im Alter von 85 Jahren. Export, die mit bürgerlichem Namen Waltraud Stockinger hieß, kam 1940 in Linz zur Welt. Ihr Werk umfasst neben Performance auch Film, Fotografie und Medienkunst. Besonders bekannt wurde sie etwa mit ihrer Aktion Genitalpanik, für die sie im Jahr 1969 mit einer aufgeschnittenen Hose in München während eines Filmfestivals durch einen Kinosaal lief und dabei ihre Intimbehaarung zeigte. Bereits 1968 sorgte sie mit einer Aktion für Aufregung, bei der sie sich ein Tapp und Tastkino vor die Brust band. Für 33 Sekunden durften Passanten in der Wiener Innenstadt durch einen kleinen Vorhang in den Kasten greifen und ihre nackten Brüste ertasten. Im Mittelpunkt ihres Werks stehe die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers, hieß es von der Stiftung. "Dabei nimmt sie unerschrocken und kompromisslos intime, tabuisierte oder gesellschaftlich verdrängte Inhalte in den Blick." Valie Exports Motto war: "Kunst muss aggressiv sein." In einem Interview mit der österreichischen Zeitung Der Standard im vergangenen Jahr riet Valie Export jungen Künstlerinnen: "Weitermachen, radikal bleiben, laut schreien, laut reden. Und die Regeln unserer Gesellschaft zu analysieren und zu versuchen, sie in einem positiven, utopischen Sinne zu verändern."