Sprachdefizite: Brandenburg plant bessere Sprachförderung vor der Schule

Datum20.11.2025 13:50

Quellewww.zeit.de

TLDRBrandenburg plant eine verbesserte Sprachförderung in Kitas, um Sprachdefizite bei Kindern frühzeitig zu erkennen. Bildungsminister Steffen Freiberg kündigte an, die Sprachstandserhebung auf das vorletzte Jahr vor der Einschulung vorzuziehen. Rund 20 % der Kinder beginnen die Grundschule mit erheblichen Sprachauffälligkeiten. SPD und BSW fordern die vorgezogene Prüfung bis zum 1. August 2027, was im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. Die CDU unterstützt die Pläne, während die AfD mit eigenen Anträgen scheiterte und finanzielle Bedenken äußerte.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sprachdefizite“. Lesen Sie jetzt „Brandenburg plant bessere Sprachförderung vor der Schule“. Die Sprachdefizite von Kindern in Brandenburg sollen in den Kitas früher erkannt werden als bisher. "Wir wollen sprachliche Kompetenzen in der frühkindlichen Bildung gezielt stärken", sagte Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) im Landtag. Die Erhebung des Sprachstands soll vom letzten Jahr vor der Einschulung auf das vorletzte Jahr vorgezogen werden. Dies werde bereits erprobt. "Auch in der Schule soll Sprachförderung weiter ausgebaut werden", sagte der Minister. Rund ein Fünftel der Kinder im Land startet die Grundschulzeit nach Angaben der SPD/BSW-Koalition mit erheblichen sprachlichen Auffälligkeiten. Die Koalitionsfraktionen forderten die Landesregierung deshalb zur vorgezogenen Prüfung des Sprachstands in der Kita auf - das soll spätestens zum 1. August 2027 passieren. Das Vorziehen haben SPD und BSW bereits im Koalitionsvertrag vereinbart. Dafür stimmten SPD, BSW und CDU. Die AfD enthielt sich. "In Brandenburg soll kein Kind aufgrund sprachlicher Hürden scheitern", sagte SPD-Bildungspolitikerin Katja Poschmann. Kinder sollten nach ihrer Fähigkeit, nicht nach dem Alter gefördert werden. Die CDU-Fraktion unterstützt die Pläne. Sie hoffe, dass der Antrag nicht Kürzungsplänen zum Opfer falle, sagte die CDU-Abgeordnete Kristy Augustin. Die AfD-Fraktion scheiterte mit einem eigenen Antrag. Sie fordert darin unter anderem erneut, ausländische Kinder und Jugendliche nur in Regelklassen zuzulassen, wenn sie ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen. Zudem sollen Betreuungskräfte ein höheres Sprachniveau haben. "Unsere Brandenburger Kinder leiden unter massiven Sprachproblemen", sagte AfD-Bildungspolitiker Dennis Hohloch. Er kritisierte, dass die Forderung der Koalition unter dem Vorbehalt ausreichender Finanzmittel stehe. © dpa-infocom, dpa:251120-930-317813/1