Iran: IAEA drängt auf Atominspektionen

Datum20.11.2025 13:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat eine Resolution angenommen, die Iran umfassende Atominspektionen anordnet, einschließlich kurzfristiger Zugänge zu unkonventionellen Anlagen. Dies resultiert aus einer Initiative von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA, um Teherans Atomprogramm besser zu kontrollieren. Iran hat in der Vergangenheit Kontrollmöglichkeiten eingeschränkt und wies die Vorwürfe, Nuklearwaffen zu entwickeln, zurück. Nach jüngsten Angriffen auf iranische Atomanlagen fordert die IAEA nun den sofortigen Zugang zu kritischen Standorten und zur Umsetzung des Zusatzprotokolls. Iran drohte mit Konsequenzen für die Resolution.

InhaltDie Internationale Atomenergiebehörde hat eine von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA initiierte Resolution angenommen: Teheran soll umfassende Inspektionen zulassen – kurzfristig und auch außerhalb bekannter Anlagen. Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) verlangt von Teheran, weitreichende Kontrollen des iranischen Atomprogramms zu erlauben. Das Gremium stimmte in Wien für eine entsprechende Resolution, die Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten initiiert hatten. Im Juni hatten Israel und die USA wichtige iranische Atomanlagen angegriffen  , um dem Land die Möglichkeit zu nehmen, Nuklearwaffen zu entwickeln. Teheran bestreitet, solche Ziele zu verfolgen. Bereits vor den Attacken hatte Teheran die Kontrollmöglichkeiten der IAEA stark eingeschränkt. In den vergangenen Monaten durften IAEA-Inspektoren nur unbeschädigte Anlagen besichtigen. Die zerstörten Anreicherungsstätten blieben ihnen verwehrt. Dort war Uran mit einem beinahe atomwaffentauglichen Reinheitsgrad hergestellt worden. Der Gouverneursrat fordert nun sofortigen Zugang zu den restlichen Atomanlagen und zum Uran. Außerdem müsse Iran das sogenannte Zusatzprotokoll zu seinem Inspektionsabkommen mit der IAEA umsetzen, hieß es. Damit könnte die Atomenergiebehörde Anlagen ohne lange Vorwarnung besuchen. Sie könnte auch außerhalb der bekannten Nuklear-Standorte nach Spuren von geheimen Aktivitäten suchen. Teheran hatte diese weitreichenden Inspektionsrechte bereits seit 2021 ausgesetzt. Seit den Angriffen im Juni entscheidet Iran von Fall zu Fall, ob der IAEA Zugang zu Anlagen gewährt wird. Irans Vertreter bei der IAEA, Resa Nadschafi, kritisierte die Resolution. Sein Land habe zuletzt mit der IAEA über einen Zugang zu weiteren Anlagen gesprochen, doch der Schritt des Gouverneursrates werde "Konsequenzen" haben, sagte er vor Journalisten. Die Resolution wurde nach Angaben von Diplomaten von 19 Staaten unterstützt. Russland, China und Niger stimmten dagegen. Zwölf Staaten enthielten sich.