Datum14.05.2026 09:31
Quellewww.zeit.de
TLDRChinas Präsident Xi Jinping warnte US-Präsident Trump bei dessen Besuch vor Konsequenzen bei einer falschen Handhabung der Taiwan-Frage, die die Beziehungen beider Länder in eine gefährliche Lage bringen könnte. Xi betonte die strategische Bedeutung Taiwans für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen. Neben Taiwan standen auch handelspolitische Themen im Fokus. Taiwan reagierte empört auf Xis Warnungen und wies die Schuld für Spannungen China zu.
InhaltBeim Besuch von Trump hat Chinas Staatschef Xi vor einem Konflikt wegen Taiwan gewarnt. Dies könnte die US-chinesischen Beziehungen in eine "gefährliche Lage bringen". US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben ihr bilaterales Treffen in Peking nach rund zwei Stunden beendet. Das berichteten das Weiße Haus und chinesische Staatsmedien. Bei dem Gespräch standen neben handelspolitischen Themen auch die Zukunft von Taiwan im Mittelpunkt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua warnte Chinas Staatschef im Gespräch mit Trump vor einem Konflikt um Taiwan. Sollte die Taiwan-Frage "schlecht gehandhabt werden", käme es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern, sagte Xi demnach. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine "äußerst gefährliche Lage bringen". Zugleich stellte Xi klar, dass die Zukunft Taiwans die wichtigste Frage in den US-China-Beziehungen sei. Bei guter Handhabung könne dieses Thema auch zur Stabilität zwischen beiden Ländern beitragen. Die chinesische Regierung erhebt Anspruch auf das unabhängig und demokratisch regierte Taiwan. Die Kommunistische Partei befürchtet, dass sich die Insel offiziell für unabhängig erklären könnte, was die dortige Regierung jedoch bislang nicht anstrebt. Xi sagte mit Blick auf die Meerenge zwischen China und Taiwan, staatliche Unabhängigkeit und Frieden in der Taiwanstraße seien unvereinbar. Die USA spielen in Bezug auf die Unabhängigkeit Taiwans eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz großer Kritik Chinas Taiwan mit Waffen beliefern. Ob und was Trump auf Xis Äußerungen entgegnete, war zunächst nicht bekannt. Die Regierung Taiwans in Taipeh reagierte derweil empört auf Xis Warnung. Sie machte China für die Spannungen in der Region verantwortlich. "Chinas militärische Drohungen sind die einzige Quelle der Instabilität in der Taiwanstraße und im weiteren Indopazifik", sagte Regierungssprecherin Michelle Lee. Sie sagte zudem, Taiwan müsse seine nationale Verteidigung stärken und eine wirksame gemeinsame Abschreckung aufrechterhalten. Taiwans Sicherheits- und Diplomatie-Teams stünden in engem Kontakt mit den USA. Die US-Regierung habe ihre klare und feste Unterstützung für Taiwan wiederholt bekräftigt. Beim Treffen von Xi und Trump stand neben Taiwan auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Fokus. Der chinesische Staatschef hat dazu auch hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den USA empfangen – darunter sind unter anderem Tech-Milliardär Elon Musk und Apple-Chef Tim Cook. Auch der Chef des Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, war dabei. Wie chinesische Staatsmedien berichten, sagte Xi vor einer Delegation von US-Wirtschaftsvertretern: "Chinas Türen zur Außenwelt werden sich immer weiter öffnen." US-Unternehmen hätten bei einer verstärkten Zusammenarbeit mit China "noch bessere Aussichten". Nach dem Treffen besuchten Trump und Xi den historischen Himmelstempel in Peking. Für den Abend (12 Uhr MEZ) ist ein Staatsbankett geplant. Am Freitag sind für den Nachmittag eine Teezeremonie mit Xi Jinping sowie ein Arbeitsessen vorgesehen, bevor der US-Präsident die Heimreise antritt.