Datum14.05.2026 06:04
Quellewww.zeit.de
TLDRStefan Hartung, ehemals NPD, gewann die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema mit 29% für die rechtsextremen Freien Sachsen. Dies ist ein Rückschlag für die AfD, die auf 18% fiel. Die Wahl in der Hochburg rechter Netzwerke zeigt eine Verschiebung am rechten Rand. Der Artikel thematisiert zudem Deutschlands doppelte Bildungskrise und neue Definitionen von Bildung im Zeitalter von Kompetenzen.
InhaltStefan Hartung gewinnt die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema. Was bedeutet das für Sachsen? Und: Welcher Weg aus der Bildungskrise führt Im sächsischen Aue-Bad Schlema hat Stefan Hartung von den rechtsextremen Freien Sachsen den ersten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl gewonnen. Er erhielt 29 Prozent der Stimmen und lag damit vor den Kandidaten von CDU, Freien Wählern, AfD und Linken. Die AfD, die bei der vergangenen Bundestagswahl dort noch stärkste Kraft war, kam diesmal auf 18 Prozent. Die Freien Sachsen sind vor allem in Sachsen aktiv, werden vom Verfassungsschutz beobachtet und vertreten unter anderem migrationskritische und staatskritische Positionen. Stefan Hartung ist seit vielen Jahren kommunalpolitisch aktiv und war zuvor in der NPD engagiert. Die Region gilt als Zentrum rechter Netzwerke und Protestbewegungen. Wer Oberbürgermeister von Aue-Bad Schlema wird, entscheidet sich im zweiten Wahlgang im Juni. Was die Wahl über politische Entwicklungen auf kommunaler Ebene aussagt, erläutert Michael Krell, wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Dresden und Autor für die ZEIT. Deutschland steckt in einer doppelten Bildungskrise: grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen lassen bei vielen Schülern deutlich nach. Bedeutet das, klassische Bildung verliert zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung? Wenn ja, wie kann es sein, dass so viele junge Menschen wie nie zuvor Abitur schreiben, studieren oder promovieren? Es lohnt sich also zu diskutieren: Was bedeutet "gebildet sein" heute eigentlich? Während lange Zeit vor allem Faktenwissen und ein gemeinsamer Bildungskanon im Zentrum standen, rücken heute Kompetenzen, Anpassungsfähigkeit und praktische Fähigkeiten stärker in den Fokus. Auch an Hochschulen beobachten Lehrende Veränderungen im Umgang mit Wissen und Lernen, wenn es darum geht, Texte zu erfassen oder Zusammenhänge zu verstehen. Was das künftig für den Bildungsbegriff in Deutschland bedeutet, ordnet Anna-Lena Scholz ein, die Leiterin des neu gegründeten Bildungsressorts der ZEIT. Und sonst so? Ein mähfreier Mai macht Bienen, Schmetterlinge und so manche Gärtnerin glücklich. Moderation und Produktion: Hanna Heim Redaktion: Moses Fendel Mitarbeit: Susanne Hehr, Celine Yasemin Rolle Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.