AfD im Umfragehoch: CDU-Chef Lechner: Wir werden uns nicht zur AfD öffnen

Datum14.05.2026 05:30

Quellewww.zeit.de

TLDRCDU-Chef Lechner lehnt eine Annäherung an die AfD trotz deren Umfragehochs strikt ab. Er betont große inhaltliche Differenzen, etwa in der Außen- und Europapolitik sowie der Migrationsfrage. Lechner bezeichnet die AfD als nicht bürgerlich und nicht als bessere CDU. Trotz ihrer bundesweiten Erfolge will die CDU Niedersachsen bei den anstehenden Kommunalwahlen stärkste Kraft werden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „AfD im Umfragehoch“. Lesen Sie jetzt „CDU-Chef Lechner: Wir werden uns nicht zur AfD öffnen“. Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner schließt eine Annäherung seiner Partei an die AfD trotz deren Umfragehochs weiter aus. "Wir werden uns nicht zur AfD öffnen. Das ist breiter Konsens in der CDU", sagte Lechner der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Die Behauptung, wir hätten inhaltlich viel gemein mit der AfD, ist einfach Quatsch. In vielen Themen liegen wir meilenweit auseinander." Als Beispiele nannte Lechner: "Wir sind eine transatlantische Partei, die AfD ist ein Büttel von Putin. Wir haben immer dafür gekämpft, die Europäische Union zusammenzuhalten, die AfD will austreten aus der Europäischen Union, will sie zerstören, will wieder mehr Nationalismus. Das liegt uns von den Einstellungen her wirklich diametral entgegen."  Auch bei der Migration sehe er nur wenige Schnittmengen. Zwar wolle die CDU Straftäter und Integrationsverweigerer "aus dem Land haben", sagte Lechner. Wer sich aber in Deutschland ein Leben aufbauen wolle, sei herzlich willkommen. "Das ist ein riesiger Unterschied zur AfD. Sie will Remigration." Rechtsextremisten meinen mit dem Begriff Remigration in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll – auch unter Zwang. Lechner sagte weiter: "Die AfD ist keine bürgerliche Partei, und sie ist auch nicht die bessere CDU." In einigen bundesweiten Umfragen liegt die AfD derzeit als stärkste Kraft teils deutlich vor der Union, zudem könnte sie in diesem Jahr bei mehreren Landtagswahlen die meisten Stimmen bekommen. In Niedersachsen lag die AfD in den Umfragen zuletzt klar hinter CDU und SPD. Der niedersächsische AfD-Fraktionsvorsitzende Klaus Wichmann hatte mehrfach erklärt, er könne sich eine Koalition von CDU und AfD vorstellen. Der Verfassungsschutz hatte die AfD Niedersachsen im Februar als extremistische Bestrebung eingestuft. Nach einer Klage der Partei ist diese Einstufung aber vorerst ausgesetzt. Ein Stimmungstest vor der Niedersachsen-Wahl 2027 dürften die Kommunalwahlen in diesem September werden. "Wir wollen die stärkste Kraft in Niedersachsen werden", kündigte CDU-Chef Lechner dafür an.  Auf die Frage, ob er dabei die SPD oder die AfD als größte Konkurrenz sehe, sagte der 45-Jährige: "Wir konzentrieren uns auf uns. Wir werben für unsere Inhalte und schauen nicht so sehr darauf, was die anderen machen." Die Kommunalwahlen finden am 13. September statt. Mögliche Stichwahlen sind für den 27. September angesetzt. © dpa-infocom, dpa:260514-930-78209/1