Datum20.11.2025 13:34
Quellewww.spiegel.de
TLDRMAN plant den Abbau von rund 2300 Stellen in Deutschland über einen Zeitraum von zehn Jahren, hauptsächlich in München, Salzgitter und Nürnberg, um sich an den schwächelnden Markt anzupassen und Kosten zu senken. Kündigungen sind jedoch nicht vorgesehen, da der Stellenabbau durch den Ruhestand ausgeglichen wird. Während die IG Metall die Verlagerung der Produktion kritisch sieht, betont MAN, weiterhin 13.000 Arbeitsplätze zu erhalten und in die Standorte zu investieren. Zukünftige Fertigungen könnten jedoch vermehrt in Osteuropa stattfinden.
InhaltHohe Kosten, schwacher Markt, wachsende Konkurrenz: MAN reagiert mit einem langfristigen Stellenabbau. Die IG Metall warnt vor einer schleichenden Verlagerung der Produktion. Der Lastwagen- und Bushersteller MAN will in Deutschland rund 2300 Stellen abbauen. Dies soll über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg und "absolut sozialverträglich" geschehen, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Internen Angaben zufolge sind Kündigungen nicht geplant. So werden laut MAN weniger Stellen abgebaut als Mitarbeiter in Rente gehen. Vorwiegend betroffen sind der Hauptstandort München mit 1300, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400 Stellen. Das Unternehmen begründet den geplanten Abbau damit, dass es sich dem "schwächelnden Truck-Markt in Deutschland anpassen und seine Kostenposition verbessern" müsse. Hohe Strom- und Arbeitskosten sowie der steigende Druck der Konkurrenz aus Asien erschweren die Lage. Das Unternehmen verkündet zudem, dass weiterhin Menschen eingestellt werden sollen. MAN bleibt ein heimischer Nutzfahrzeughersteller mit dann rund 13.000 Mitarbeitern, so ein Unternehmenssprecher. "Alle unsere Produktionsstandorte in München, Nürnberg, Salzgitter und Wittlich sollen erhalten bleiben." Dort werde man in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde Euro investieren. Die Fertigung für das "Traton Modular System" soll allerdings eher in Osteuropa stattfinden, sagte Finanzchefin Inka Koljonen in einem Interview, das im Intranet veröffentlicht wurde und der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Dabei handelt es sich um eine einheitliche Plattform für Produkte im gesamten Konzern. Damit können Fahrzeugteile wie Motoren, Achsen oder Batterien entwickelt werden, die sich für viele verschiedene Lkw- und Bustypen flexibel wiederverwenden lassen, da alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind und über standardisierte Schnittstellen verbunden werden. Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert die Pläne des Unternehmens. Sybille Wankel, Geschäftsführerin von IG Metall München, sagte: "Perspektivisch bedeutet die Entscheidung, dass der MAN-Truck der Zukunft in Polen gebaut wird und nicht in München."