Frankreich: Fußballstar Mbappé feuert gegen Rechte in Frankreich – die schießen zurück

Datum14.05.2026 01:52

Quellewww.spiegel.de

TLDRFußballstar Kylian Mbappé äußerte seine Sorge über einen möglichen Wahlsieg der rechten Partei Rassemblement National (RN) in Frankreich. Die RN-Parteispitze, darunter Jordan Bardella und Marine Le Pen, reagierte verärgert und griff Mbappé verbal an. Sie warfen ihm vor, politisch aktiv zu sein und deuteten an, dass sein Ratschlag nicht relevant sei, da Fußballfans unabhängig wählen könnten. Mbappé verteidigte sein Recht, sich als Bürger zu äußern.

InhaltFrankreichs Topfußballer sorgt sich um die Zukunft des Landes und warnt vor einem Wahlsieg des rechten Rassemblement National. Die Parteispitze teilt nun ihrerseits gegen Kylian Mbappé aus. Nicht zum ersten Mal. Im Frühjahr 2027 wird in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Und glaubt man den Umfragen, dann gibt es einen klaren Favoriten: den Kandidaten des rechten Rassemblement National (RN). Das bereitet dem Starfußballer Kylian Mbappé, 27, offenbar Sorgen. In einem Interview mit "Vanity Fair"  sagte er: "Ich weiß, was das bedeutet und welche Folgen es für mein Land haben kann, wenn Menschen wie sie an die Macht kommen." Mbappé wuchs in einem Pariser Vorort auf, in dem zahlreiche Einwandererfamilien leben. Er selbst gilt als Aushängeschild einer Nationalmannschaft, die oft als Symbol für Vielfalt gefeiert wird – und von der viele glauben, dass sie die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer gewinnen wird. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Sein Seitenhieb auf den RN kam in der Parteispitze nicht gut an. Der Vorsitzende Jordan Bardella, 30, feuerte umgehend zurück – und stichelte gegen Mbappé, der den Verein Paris Saint-Germain 2024 verlassen hatte, um für Real Madrid zu spielen. Paris gewann im folgenden Jahr die Champions League. "Ich weiß, was passiert, wenn Kylian Mbappé PSG verlässt: Der Verein gewinnt die Champions League! (Und vielleicht bald ein zweites Mal)", schrieb Bardella in den sozialen Medien . Auch RN-Parteipatriarchin Marine Le Pen äußerte sich zu dem Fall: Es sei beruhigend, dass Mbappé nicht wolle, dass ihre Partei gewinne, sagte die 57-Jährige dem Radiosender RTL. Schließlich habe seine eigene Strategie, PSG zu verlassen, um bei Real Madrid zu gewinnen, nicht funktioniert. Und: "Ehrlich gesagt glaube ich, dass Fußballfans unabhängig genug sind, um zu wissen, wen sie wählen sollen, ohne sich von Mbappé beeinflussen zu lassen." RN-Sprecher Julien Odoul erklärte, Mbappé müsse als Kapitän der französischen Nationalmannschaft ganz Frankreich vertreten – einschließlich der Millionen von RN-Wählerinnen und -Wählern. Er dürfe kein "politischer Aktivist" werden. Noch ist unklar, ob Bardella oder Le Pen bei der kommenden Wahl für den RN antreten werden. Die frühere Parteivorsitzende hat ihr politisches Schicksal an ein Pariser Berufungsgericht geknüpft (mehr dazu hier ). Im März 2025 war sie wegen Veruntreuung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Außerdem darf sie in den kommenden fünf Jahren kein Wahlamt anstreben. Sollte die erstinstanzliche Entscheidung Bestand haben, will Le Pen ihrem Zögling Bardella den Vortritt lassen. Es ist nicht das erste Mal, dass Mbappé und Bardella aneinandergeraten. Im Jahr 2024 nannte der Fußballer die Wahlgewinne des RN "katastrophal". Der Politiker konterte, es sei peinlich zu sehen, wie finanzkräftige Sportler "Menschen Lektionen erteilen, die nicht mehr über die Runden kommen und sich nicht mehr sicher fühlen". Von "Vanity Fair" wurde Mbappé auf den Vorwurf angesprochen, er sei zu reich, um über französische Politik zu sprechen. "Auch als Fußballer ist man in erster Linie ein Bürger", sagte der 27-Jährige. "Wir sind nicht von der Welt abgekoppelt … oder von dem, was in unserem Land geschieht. Die Leute denken manchmal, dass uns solche Probleme nicht betreffen, nur weil wir Geld haben und berühmt sind."