Datum14.05.2026 01:25
Quellewww.spiegel.de
TLDREin geplanter Trump Tower in Queensland, Australien, wurde nach einer negativen öffentlichen Reaktion und gemischten Gründen für das Scheitern abgesagt. Ein lokaler Bauunternehmer nannte die Marke Trump "toxisch" aufgrund des Irankriegs und anderer Faktoren. Die Trump-Organisation wies dies zurück und beschuldigte den Bauunternehmer, finanzielle Verpflichtungen nicht erfüllt zu haben. Umwelt- und Sicherheitsbedenken sowie die Popularität von Trump in Australien spielten eine Rolle.
InhaltDie Gold Coast im australischen Queensland ist bekannt für leicht trashigen Glitzer. Da hätte ein Trump Tower prima reingepasst, dachte ein Baulöwe. Die Reaktion vor Ort war allerdings eindeutig. Wer Australien besucht, hat oft ein bestimmtes Bild vor Augen: Outback, Kängurus, endlose Weiten. Die Gold Coast ist so ziemlich der komplette Gegenentwurf. Hochhäuser, Vergnügungsparks und Angeberautos dominieren am äußersten Südzipfel des Bundesstaats Queensland (immerhin die schönen Strände und die Surfkultur erfüllen einige der Aussie-Klischees). Genau dort hätte laut Plan ein Trump Tower entstehen sollen. Hätte – denn dieser Plan ist nun vom Tisch. Eigentlich sollte im Ortsteil Surfers Paradise (da sind sie wieder, die Klischees) ein 1,5-Miliarden-Trumm gebaut werden sollen, 91 Stockwerke hoch und damit das höchste Gebäude der Gold Coast. Das Bauunternehmen Altus, angeführt von Gründer David Young, wollte den Turm hochziehen. Die Trump-Familie hätte dann ihren Namen dazugegeben. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Im Februar war Young dafür eigens nach Florida gereist und hatte in Donald Trumps Beachclub Mar-a-Lago beim Handschlag mit Präsidentensohn Eric Trump für die Kameras posiert. Dabei wurde ein Deal besiegelt. Zwei Wochen später zettelte Trump den Krieg in Iran an. Nun ist das Projekt abgeblasen. Und Young hat seine eigene Erklärung. "Sagen wir einfach: Durch den Irankrieg und andere Faktoren ist die Marke Trump in Australien zu toxisch geworden. Wir wussten seit einer Weile, dass wir getrennte Wege gehen müssen", zitiert ihn der Sender ABC. Auf der Trump-Seite sieht man das ein wenig anders. "Nach Monaten der Verhandlungen und voller leerer Versprechen war die Altus Gruppe nicht in der Lage, auch nur die grundlegenden finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen", hieß es von der Trump-Gruppe, angeführt von Eric Trump. Keine Rede ist dabei von den mehr als 120.000 Unterschriften, die eine Petition an der Gold Coast gegen den Trump-Turm gesammelt hat. Oder den Protesten vor der Gemeindevertretung im Mai. Im April hatte eine Befragung die niedrigsten Zustimmungswerte für Trump in Australien in seiner zweiten Amtszeit ergeben. Durch den Irankrieg sind die Spritpreise im Land erheblich gestiegen, die meisten Bürgerinnen und Bürger sehen die Schuld dafür in Washington. Der Sender ABC zitiert zudem auch noch den Bürgermeister des Großraums Gold Coast. Tom Tate – ebenfalls bekannt für seinen eher extravaganten Lebensstil – sieht vor allem knallharte monetäre Gründe für den geplatzten Deal. "Es geht nur ums Geld. Die Trump-Gruppe will viel mehr Geld für ihre Marke (…) und einen hohen Prozentsatz der Einnahmen." Da habe die Gegenseite, die das finanzielle Risiko tragen muss, irgendwann abgewunken. Für die Gegner des geplanten Protzbaus ist die Entscheidung ein Grund zu feiern. Die "New York Times" zitiert Craig Hill, der den Protest mitorganisiert hatte. Er erklärte, dass er neben einigen Bieren auch einen Lottoschein kaufen werde: "Wenn ich diesen Sieg einfahren kann, sollte ich mein Glück auch in der Lotterie versuchen."