Angriffe in Mali: António Guterres warnt vor humanitärer Notlage in Sahelzone

Datum14.05.2026 00:40

Quellewww.zeit.de

TLDRUN-Generalsekretär António Guterres warnt vor einer humanitären Notlage in der Sahelzone infolge zunehmender Gewalt und Vertreibungen. Er betont die Verschlechterung der Sicherheitslage in Mali nach Angriffen bewaffneter Gruppen Ende April. Guterres ruft zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus sowie zum Dialog in der Region auf, die zunehmend von Militärjuntan und einer Abwendung von westlichen Partnern geprägt ist.

InhaltEnde April griffen bewaffnete Gruppen die Militärregierung in Mali an. Der UN-Generalsekretär ruft dazu auf, "gewalttätigen Extremismus und Terrorismus" zu bekämpfen. Die sich verschlechternde Sicherheitslage in der afrikanischen Sahelregion hat nach den Worten von UN-Generalsekretär António Guterres eine humanitäre Notlage zur Folge. Diese sei "durch zunehmende Gewalt gegen Zivilisten, weitreichende Vertreibungen und wachsende Ernährungsunsicherheit gekennzeichnet", sagte Guterres vor der Presse in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Guterres leitete dort als Co-Vorsitzender eine Konferenz der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen. Die Lage habe sich seit einer neuen Angriffswelle bewaffneter Gruppen auf die Militärregierung in Mali Ende April "erheblich verschlechtert", teilte Guterres mit. In Mali hatten die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahestehende Dschihadistenmiliz JNIM und die Tuareg-Gruppe FLA am 25. und 26. April gemeinsam wichtige Städte angegriffen und den Verteidigungsminister des Landes getötet. Die Sicherheitslage habe sich seit der "operativen Allianz" der Dschihadisten und Tuareg-Rebellen verschlechtert, betonte Guterres. Er rief zum Dialog und zur Zusammenarbeit zwischen den Ländern der Region auf, um "gewalttätigen Extremismus und Terrorismus" zu bekämpfen. Die ehemalige französische Kolonie Mali hat, ebenso wie Niger und Burkina Faso, die französischen Truppen ausgewiesen. Die westafrikanischen Staaten haben mit der Konföderation der Sahelstaaten ein eigenes Bündnis gegründet. Alle drei Länder werden von einer Militärjunta regiert, die sich zwischen 2020 und 2023 an die Macht putschten. Seit dem 30. April haben die Dschihadisten mehrere wichtige Zufahrtswege zur malischen Hauptstadt Bamako blockiert, die – wie der Rest des Binnenstaates – auf Importe über den Landweg angewiesen ist. Bei den Angriffen wurden mehrere Menschen getötet.