Datum14.05.2026 00:43
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Gesundheitszustand der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat sich verschlechtert. Ihre Stiftung berichtet von einer fortgeschrittenen Gefäßerkrankung und einer Schädigung ihres Nervensystems. Sie wurde in eine kardiologische Station verlegt. Gleichzeitig wurde im Iran ein Mann im Zusammenhang mit jüngsten Unruhen hingerichtet. Mohammadi setzt sich gegen die Unterdrückung von Frauen und die Todesstrafe ein und wurde dafür 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
InhaltMohammadis Gefäßerkrankung schreite weiter fort, teilt die Stiftung der inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin mit. Irans Justiz meldet die Hinrichtung eines Mannes. Der Gesundheitszustand der iranischen Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat sich nach Angaben ihrer Stiftung erheblich verschlechtert. Jüngste Befunde zeigten ein klares Fortschreiten ihrer Gefäßerkrankung, hieß es. Mohammadis Ärzteteam habe zudem bekanntgegeben, dass ein zentraler Teil ihres Nervensystems, der für die Blutdruckregulation zuständig ist, funktionell geschädigt wurde. Die 54‑Jährige befinde sich derzeit in einer kardiologischen Station für weitere Behandlung. Die Stiftung gab weiter an, ihr Ärzteteam habe betont, Mohammadi sei nicht in der Lage, weiteren Belastungen im Gefängnis standzuhalten. Die Nobelpreisträgerin war am Sonntag aus der Stadt Sandschan, wo sie inhaftiert ist, in ein Krankenhaus in Teheran verlegt worden. Mohammadi war 2023 für ihren Einsatz gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen die Todesstrafe im Iran mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Anfang Februar wurde sie nach Angaben ihres Anwalts erneut zu mehreren Jahren Haft wegen "Verschwörung" und "propagandistischer Aktivitäten" verurteilt; zudem gilt ein zweijähriges Ausreiseverbot. Im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar im Iran wurde ein Mann hingerichtet. Wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan meldete, wurde das Todesurteil gegen Mohammad Abbasi vollstreckt. Irans Justiz hatte ihm vorgeworfen, bei Unruhen im Januar einen Polizeibeamten erstochen zu haben. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben von Misan in Melard, einem Vorort westlich der Hauptstadt Teheran. Der Oberste Gerichtshof habe das Urteil bestätigt. Nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA wurde das Todesurteil in den Morgenstunden vollstreckt. Zudem sei Abbasis 25-jährige Tochter im berüchtigten Ewin-Gefängnis inhaftiert. Das Netzwerk berichtete unter Berufung auf einen Zeitungsbericht weiter, ein Anwalt sei am Zugang zu den Angeklagten gehindert worden. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights mit Sitz in Norwegen mindestens 1.639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr.