104. Katholikentag: Söder nennt Kirche zum Katholiktentag-Auftakt Bollwerk der Demokratie

Datum13.05.2026 20:42

Quellewww.zeit.de

TLDRDer 104. Katholikentag in Würzburg wurde mit Aufrufen zu Zuversicht und Zusammenhalt eröffnet. Bundespräsident Steinmeier warnte vor Resignation, während Ministerpräsident Söder die Kirche als Bollwerk der Demokratie lobte. Trotz weltweiter Krisen und zunehmender Spaltung in Deutschland setzt das Leitwort "Hab Mut, steh auf!" ein Zeichen gegen Hoffnungslosigkeit. Der Katholikentag bietet zahlreiche Programmpunkte, diskutiert gesellschaftspolitische Themen und erwartet Zehntausende Gäste.

InhaltZur Eröffnung des Katholikentags hat der Bundespräsident vor Resignation gewarnt. Bayerns Ministerpräsident hat die Rolle von Kirche und Glauben für Zusammenhalt gelobt. Mit Aufrufen zu mehr Zuversicht, demokratischem Engagement und gesellschaftlichem Zusammenhalt ist in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag eröffnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bischöfe und katholische Laien warnten dabei vor Resignation, Hass und einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft. "Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden", sagte Steinmeier vor rund 9.000 Besucherinnen und Besuchern, die auf dem Residenzplatz dem Regen standhielten: "Viele haben das Gefühl, es ginge nichts mehr, die Zukunft könne notwendigerweise nur düster sein." Doch gerade Christen müssten gegen Hoffnungslosigkeit aufstehen, sagte der Bundespräsident, und: "Eine Welt ohne Hoffnung und ohne Zuversicht, das ist nicht unsere Welt." Söder nannte in seiner Rede Religion und Kirche wichtige Bollwerke gegen antidemokratische Kräfte und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er selbst wolle nicht in einem Land ohne Glauben leben, denn ein solches Land wäre anfälliger für Verrohung und politische Extreme, sagte er. In Würzburg stehen in den nächsten Tagen etwa 900 Programmpunkte an, darunter Konzerte, Ausstellungen, Gottesdienste, vertrauliche Gespräche in kleiner Runde, Mitmach-Aktionen, Literatur, Theater, Kunstprojekte und vieles mehr. Die Präsidentin des veranstaltenden Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, mahnte, Krieg, Armut und Ungerechtigkeit prägten viele Regionen der Welt. Zugleich nähmen auch in Deutschland Hass, Lügen und gesellschaftliche Spaltung zu, sagte sie. Dem setze der Katholikentag das Leitwort "Hab Mut, steh auf!" entgegen. In den kommenden Tagen gibt es in Würzburg zahlreiche Möglichkeiten, mit Repräsentanten der katholischen Kirche, aber auch mit deren Kritikern, ins Gespräch zu kommen. Neben der Ökumene soll es unter anderem um die Dauerthemen sexueller Missbrauch und Frauen in der Kirche gehen. Gesellschaftspolitische Fragen werden auf Podien diskutiert. Dazu werden auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (beide CDU) erwartet. Nach Angaben der Stadt Würzburg sind rund um den Katholikentag auch eine Reihe von Demonstrationen und Kundgebungen angemeldet. Eine Demo richtet sich demnach gegen den Auftritt von Kanzler Merz, zudem planen katholische Reformkräfte eine Menschenkette. Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, rief in seiner Rede zu mehr Optimismus und Zuversicht auf: "Setzen wir auf diesem Katholikentag ein Zeichen gegen Pessimismus, dauerhafte Mäkelei und Besserwisserei – und gegen jene, die meinen, unsere Demokratie mit Füßen treten zu wollen." Bis zum Sonntag werden Zehntausende Gäste in der Mainstadt erwartet. Etwa 30.000 Tickets sind dem Veranstalter zufolge bereits verkauft, noch einmal so viele Menschen werden erwartet, die die Angebote ohne kostenpflichtigen Eintritt wahrnehmen. Der Deutsche Katholikentag ist das größte Treffen katholischer Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und findet alle zwei Jahre in wechselnden Städten statt.