Strafprozess: Remscheider Kioskbetreiber wegen Drogenhandels verurteilt

Datum20.11.2025 13:28

Quellewww.zeit.de

TLDREin Remscheider Kioskbetreiber wurde wegen bewaffneten Drogenhandels zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Trotz der schweren Vorwürfe erhielt er eine vergleichsweise milde Strafe aufgrund seines umfassenden Geständnisses und der nützlichen Informationen über andere Drogendealer und einen Waffenhandel. Im Kiosk fanden Ermittler Kokain, verschreibungspflichtige Medikamente und eine erhebliche Geldsumme. Die Ermittlungen führten zu einem großen Waffenlager, das zahlreiche illegale Waffen und Munition umfasste. Der Angeklagte gestand auch seine Abhängigkeit von Drogen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Strafprozess“. Lesen Sie jetzt „Remscheider Kioskbetreiber wegen Drogenhandels verurteilt“. Wegen bewaffneten Drogenhandels ist ein Remscheider Kioskbetreiber zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Der 50-Jährige hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. "Ein halbes Kilo Kokain ist schon ein Brett", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung.   Die Strafe wäre deutlich höher ausgefallen, wenn der Remscheider nicht umfassend ausgesagt hätte, betonte das Gericht. Dabei habe der Mann den Ermittlern auch einen mutmaßlichen, bislang unbekannten Drogendealer genannt.  Bei seinem Kiosk handelt es sich um denselben, über den verdeckte Ermittler an das vor einigen Wochen in Remscheid ausgehobene riesige Waffenlager gelangten. Der Kioskbetreiber hatte reinen Tisch gemacht und soll gegenüber den Ermittlern auch in Sachen Waffenhandel ausgesagt haben. Den Drogenhandel, der ihm in der Anklage zur Last gelegt wird, gestand er ebenfalls.  In seinem Kiosk waren eine Plastikdose mit Kokain, rezeptpflichtige Tabletten und 5.000 Euro Bargeld entdeckt worden, in seiner Wohnung eine automatische Waffe und eine Pistole, in seinem Auto eine Pistole und ein Messer. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre, die Verteidigung siebeneinhalb Jahre Haft für den Mann beantragt. Sein Mandant sei abhängig von Kokain, Alkohol und Tabletten, sagte der Verteidiger. Er sei das erste Mal seit drei Jahren klar im Kopf und entschuldige sich bei seiner Familie, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort.  Dem Urteil war eine Verständigung in einem nicht öffentlichen Rechtsgespräch vorangegangen: Für sein umfassendes Geständnis und die Aussagen zum Waffenkomplex war das Gericht an "den unteren Rand" des Strafrahmens gegangen.  Der Kioskbetreiber soll der Kontaktmann gewesen sein, über den verdeckte Ermittler an mutmaßliche Waffenhändler gelangten und schließlich auf ein riesiges Waffenarsenal gestoßen waren. Tagelang waren in einem Remscheider Gebäudekomplex immer wieder neue Geheimverstecke entdeckt worden.  Laut einer Zwischenbilanz wurden 320 Langwaffen gefunden, darunter Maschinengewehre und Flinten, 51 Kurzwaffen, also Pistolen und Revolver, 38 Handgranaten, einige Minen, Panzerfäuste, Zündköpfe und Sprengschnüre. Später waren dann noch 29 Maschinengewehre, drei Panzerbüchsen und Tausende Schuss Munition entdeckt worden. © dpa-infocom, dpa:251120-930-317702/1