Wes Streeting: Gesundheitsminister sucht offenbar Konfrontation mit Premier Starmer

Datum13.05.2026 15:39

Quellewww.spiegel.de

TLDRBritische Medien berichten, dass Gesundheitsminister Wes Streeting angeblich seinen Rücktritt vorbereitet, um für den Labour-Parteivorsitz zu kandidieren. Er könnte Premier Keir Starmer herausfordern. Streeting habe Vertrauten von einem "Versuch" gesprochen. Dies geschieht, während Starmer unter Druck steht. Starmers Sprecher betont indes das volle Vertrauen in Streeting als Gesundheitsminister.

InhaltMitten im Überlebenskampf seiner Regierung will der britische Gesundheitsminister Streeting Berichten zufolge Premier Starmer herausfordern. Er soll bereits seinen Rücktritt vorbereiten, um für den Parteivorsitz zu kandidieren. In Großbritannien gerät Premierminister Keir Starmer immer stärker unter Druck. Gesundheitsminister Wes Streeting gilt seit Tagen als möglicher Rivale – nun könnte daraus eine offene Machtprobe werden. Laut einem Bericht der "Times"  bereitet Streeting seinen Rücktritt aus dem Kabinett vor. Damit könnte er schon an diesem Donnerstag einen Machtkampf um den Vorsitz der Labour-Partei auslösen. Streeting habe Vertrauten gesagt, er werde "es versuchen", berichtet die "Times". Gemeint ist demnach eine Kandidatur gegen Starmer. Streeting wolle sein Ministeramt niederlegen und Starmer anschließend formell um den Parteivorsitz herausfordern. Auch der "Guardian"  und andere britische Medien berichten über entsprechende Pläne. Der Parteivorsitz ist in Großbritannien besonders wichtig: Der Chef der Regierungspartei ist in der Regel auch Premierminister. Verliert ein Premier den Vorsitz seiner Partei, verliert er auch seine Machtbasis im Unterhaus. Streeting traf Starmer am Mittwochmorgen vor der feierlichen Parlamentseröffnung. Das Gespräch dauerte nur 16 Minuten. Nach Angaben der "Times" ging es dabei um die Krise in der Labour-Partei und den wachsenden Druck auf den Premier. Wenig später verlas König Charles III. im Oberhaus die Regierungserklärung . Darin stellte die Starmer-Regierung ihre Gesetzespläne für die neue Sitzungsperiode vor. In Streetings Umfeld laufen dem Bericht zufolge bereits Vorbereitungen für eine Kandidatur. Demnach gab es auch Gespräche darüber, Abgeordnete als Unterstützer für seine Nominierung zu gewinnen. Ein Sprecher Streetings spielte die Berichte herunter. "Wes ist Gesundheitsminister, er ist stolz auf seine Bilanz mit sinkenden Wartelisten und einem sich erholenden NHS", sagte er. Der NHS ist das staatliche Gesundheitssystem Großbritanniens. Streeting plane nicht, nach dem Treffen mit Starmer etwas zu sagen, das von der Parlamentseröffnung ablenken könne. Kurz nach der Rede von Charles äußerte sich Streeting auf X  zur Reform des NHS und zu den angekündigten Gesetzesplänen. "Viel erreicht, aber noch viel zu tun", schrieb er. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Premierminister Starmer habe volles Vertrauen in seinen Gesundheitsminister Wes Streeting, teilt Starmers Sprecher derweil mit. Auf die Frage, ob Streeting Starmer bei dem kurzen Treffen mitgeteilt habe, dass er zurücktreten werde, sagte Starmers Sprecher: "Ich werde nicht auf den Inhalt interner Besprechungen eingehen, aber der Premierminister hat volles Vertrauen in den Gesundheitsminister." Als weiterer möglicher Nachfolger Starmers wird in Westminster häufig Andy Burnham genannt, der Bürgermeister von Greater Manchester. Burnham sitzt derzeit jedoch nicht im Unterhaus. Für eine Kandidatur müsste er zunächst ins Parlament zurückkehren; dieser Weg gilt in der Partei als schwierig. Um Starmer offiziell herauszufordern, müsste Streeting die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten gewinnen. Erst dann käme es zu einem parteiinternen Wahlverfahren.