Datum15.10.2025 13:56
Quellewww.zeit.de
TLDREin 28-Jähriger steht wegen versuchten Mordes an seiner dreijährigen Tochter vor dem Landshuter Landgericht, da er ihr Mäusegift verabreicht haben soll, um sich Unterhaltszahlungen zu sparen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Tat geplant zu haben und die Mutter des Kindes fälschlicherweise beschuldigen zu wollen. Das Mädchen überlebte den Vorfall ohne gesundheitliche Folgen. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess wird in mehreren Verhandlungstagen fortgesetzt, das Urteil ist für Anfang November vorgesehen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Prozess um Giftanschlag“. Lesen Sie jetzt „Vater wegen Mordversuchs an dreijähriger Tochter vor Gericht“. Wegen versuchten Mordes mit Mäusegift an seiner erst drei Jahre alten Tochter muss sich ein 28-Jähriger vor dem Landshuter Landgericht verantworten. Zu Beginn des Prozesses erklärte der Verteidiger des Angeklagten, dass der Vorwurf in vollem Umfang zurückgewiesen werde. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte der beschuldigte Vater sich durch den geplanten Mord die Unterhaltszahlungen für die Tochter sparen. "Er strebte ungezügelt und rücksichtslos nach Gewinn um jeden Preis, auch um den eines Menschenlebens", heißt es in der Anklageschrift, die dem Mann Habgier und Heimtücke vorwirft. Das Verbrechen hatte der getrennt von der Kindesmutter lebende Mann nach Ansicht der Anklagebehörde Ende 2024 mindestens etwa einen Monat lang geplant. Er soll verschiedene Varianten eines Mordanschlags geprüft haben. Der Vater soll dann eine mit Aluminiumphosphid gefüllte Plombe aus Frischhaltefolie in den Mund des Kindes gesteckt haben. Das Mittel ist ein frei verkäufliches Gift zur Bekämpfung von Wühlmäusen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der angeklagte Afghane die Tat der Mutter in die Schuhe schieben wollte. Daher habe er die Tochter an die Frau übergeben, nachdem das Mädchen die Giftplombe geschluckt habe und noch am Leben gewesen sei. Laut der Anklage erbrach das Kind dann im Beisein der Mutter die Plombe. Die Polizei stellte später die Giftpackung sicher. Das Mädchen kam sofort in ein Kinderkrankenhaus. Es überlebte den mutmaßlichen Anschlag ohne weitere gesundheitliche Folgen. Für den Prozess sind noch mehrere weitere Verhandlungstage geplant. Das Urteil ist Anfang November geplant (Az.: J KLs 103 Js 47860/24). © dpa-infocom, dpa:251015-930-165460/1