Datum13.05.2026 12:42
Quellewww.spiegel.de
TLDRTesla plant, über 1.500 Mitarbeiter für die Batteriezellfertigung in Brandenburg einzustellen und etwa 250 Millionen US-Dollar zu investieren. Ab 2027 sollen Batteriezellen und Elektroautos an einem Standort in Grünheide produziert werden. Zuvor wurden nur Komponenten gefertigt, die Zellen stammten aus den USA. Die Investition erfolgt nach zuletzt gesunkenen Produktionszahlen und vor dem Hintergrund eines sich erholenden Marktes. Brandenburgs Wirtschaftsministerin begrüßt die Ankündigung als positives Signal für den Industriestandort Deutschland.
InhaltUS-Elektroautobauer Tesla plant mit mehr Leuten in Grünheide und will wohl knapp 250 Millionen Dollar investieren. Ab 2027 sollen in dem Werk Batteriezellen und Elektroautos an einem Standort produziert werden. Investition nach Absatzeinbruch: Der US-Elektroautobauer Tesla plant mehr als 1500 Neueinstellungen für die Batteriezellfertigung in Brandenburg. Das teilt das Unternehmen mit. Knapp 250 Millionen US-Dollar (etwa 214 Millionen Euro) wolle man investieren, um die Voraussetzung zur jährlichen Produktion von 18 Gigawattstunden Batteriezellen in Grünheide zu schaffen. "Von der Batteriezelle bis zu Elektrofahrzeugen soll ab voraussichtlich 2027 alles an einem Standort produziert werden", kündigt das Unternehmen an. Tesla hat die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor rund vier Jahren eröffnet und peilte in einer ersten Phase die Produktion von 500.000 Autos im Jahr an. Die Zielzahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden. Zuletzt waren die Produktions- und Zulassungszahlen jedoch gesunken. Das erste Quartal 2026 lief jedoch besser: Die Nachfrage in Asien und Südamerika lege ungebrochen zu, erklärte das Unternehmen, in Europa und Nordamerika erhole sich die Nachfrage. Tesla erkennt im Jahresauftakt offenbar eine Trendwende: Im April hatte der Autobauer bekannt gegeben, neue Mitarbeiter einzustellen. So soll die Produktion wegen gestiegener Nachfrage auf 6000 Fahrzeuge pro Woche gesteigert werden – das wären rechnerisch 300.000 pro Jahr. Zuletzt waren in der Gigafactory Berlin-Brandenburg nach Unternehmensangaben 10.700 Menschen beschäftigt. Tesla will voraussichtlich auch rund 500 Leiharbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste Arbeitsverhältnisse übernehmen. Derzeit werden in Brandenburg nur Komponenten produziert. Die Zellen werden in den USA gefertigt und kommen nach Deutschland. Europa hinkt bisher bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos vor allem Asien hinterher. Tesla-Chef Musk hatte 2020 angekündigt, er wolle das Werk bei Berlin zur weltgrößten Batteriefabrik machen. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sieht in der Ankündigung einen wichtigen Kontrapunkt zur Debatte über Unsicherheiten, wirtschaftliche Risiken und sinkende Industrieproduktion. "Deutschland ist weiterhin in der Lage, große industrielle Investitionen anzuziehen", sagte Klement. Die Batterietechnologie werde für industrielle Wertschöpfung und moderne Mobilität in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen. In Teslas deutscher Gigafabrik hat die IG Metall bislang nicht viel zu melden. Und vor der Betriebsratswahl sorgte das Management dafür, dass das auch so bleibt. SPIEGEL-Recherchen zeigen: Die Führung setzt dabei auf fragwürdige Methoden. Mehr zum Machtkampf im Tesla-Werk Grünheide lesen Sie hier .