Dritter Fall: Viehdiebe stehlen erneut Rinder von Weide in Brandenburg

Datum13.05.2026 08:22

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Südbrandenburg verschwanden erneut Dutzende Rinder, dies ist der dritte Fall in wenigen Wochen. Der Landesbauernpräsident vermutet eine professionelle Bande, die die hochwertigen Zuchttiere über Nacht mit einem Lkw ins Ausland, möglicherweise außerhalb der EU, schafft und dort illegal schlachten lässt, da eine legale Verwertung in Deutschland durch Registrierungszwänge erschwert ist. Der wirtschaftliche Schaden liegt im sechsstelligen Eurobereich. Die Polizei ermittelt.

InhaltIm südlichen Brandenburg sind wieder Dutzende Rinder über Nacht verschwunden. Der Landesbauernpräsident vermutet: Es ist eine Bande am Werk, die die Tiere ins Ausland bringt. Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen haben Viehdiebe Dutzende Rinder in Südbrandenburg gestohlen. Landesbauernpräsident Henrik Wendorff hält es für wahrscheinlich, dass die Tiere illegal im Ausland geschlachtet werden. "Da muss man davon ausgehen, dass eine Truppe unterwegs ist, die das professionell macht." Die Polizei wurde informiert, dass in dem kleinen Dorf Grano im Spree-Neiße-Kreis – nicht weit von der polnischen Grenze entfernt – Rinder von der Weide verschwunden seien. Der betroffene Landwirt sagte, es seien 31 Rinder gestohlen worden. "Das ist ein absoluter Schock. Es waren richtig hochwertige Zuchttiere." Die Tiere seien über Nacht mit einem Lkw abtransportiert worden. Der wirtschaftliche Schaden liegt nach Angaben der Polizei im sechsstelligen Eurobereich. Nach einer ersten Spurensicherung übernahm die Kriminalpolizei weiterführende Ermittlungen. Erst vor einigen Tagen hatte die Polizei mitgeteilt, dass im Ort Raddusch im Kreis Oberspreewald-Lausitz 48 Rinder gestohlen worden waren. Der Wert: 75.000 Euro. Im Elbe-Elster-Kreis waren im April sogar 70 Rinder verschwunden, dort wurde der Schaden mit rund 50.000 Euro angegeben. Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, sagte, eine legale Verwertung gestohlener Tiere innerhalb Deutschlands sei nahezu unmöglich. Denn jedes Rind trage eine Ohrmarke und sei in einer Datenbank erfasst. "Ohne Registrierung ist eine legale Schlachtung nicht möglich." Deshalb liege der Verdacht nahe, dass die Tiere ins Ausland gebracht werden, möglicherweise sogar außerhalb der Europäischen Union. Für einen solchen Diebstahl sei ein spezialisierter Lkw für den Tiertransport notwendig. "Wenn man es professionell macht, kriegt man die Tiere in einer Nacht auch verladen", sagte der Verbandspräsident. Die Landwirte in Südbrandenburg werden ihm zufolge ihre Weiden nun wahrscheinlich häufiger kontrollieren. Die Überwachung großer Weideflächen mit Videokameras hält Wendorff für schwierig.