Datum13.05.2026 01:34
Quellewww.zeit.de
TLDRFinnland und Griechenland haben sich für das Eurovision Song Contest Finale qualifiziert, zusammen mit Israel, Schweden, Moldau, Serbien, Kroatien, Litauen, Polen und Belgien. Deutschland ist gesetzt. Die Beteiligung Israels war kontrovers, es gab Proteste und vereinzelte Buhrufe. Trotz neuer Regeln ist der ESC in der Krise, mit wenigen Teilnehmern und Streitigkeiten wegen Israels Teilnahme.
InhaltIm ersten Halbfinale des Songwettbewerbs schieden fünf Teilnehmer aus. Das finnische Duo überzeugte mit einem spektakulär inszenierten Auftritt. Auch Israel kam weiter. Beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) haben sich die Favoriten aus Finnland und Griechenland einen Platz im Finale des Wettbewerbs gesichert. Außerdem qualifizierten sich im ersten ESC-Halbfinale in Wien die Sängerinnen und Sänger aus Israel, Schweden, Moldau, Serbien, Kroatien, Litauen und Polen für den finalen Auftritt an diesem Samstag. Auch Belgien, das in den Wettbüros eher hinten lag, steht im Finale. Deutschland trat als großer Geldgeber des Wettbewerbs außer Konkurrenz an – die deutsche Sängerin Sarah Engels ist deshalb bereits gesetzt. Auch die Beiträge aus Frankreich, Italien, Großbritannien und dem Gastgeberland Österreich sind automatisch fürs Finale qualifiziert. Für Finnland überzeugten die Geigerin Linda Lampenius und der Sänger Pete Parkkonen mit einem spektakulär inszenierten Auftritt um ihren Song Liekinheitin (Flammenwerfer). Für Griechenland tritt Akylas mit Ferto an, einer energiegeladenen Spaßnummer mit Videospiel-Ästhetik. Der israelische Sänger Noam Bettan, um dessen Teilnahme es wegen Israels Kriegen im Nahen Osten eine große Kontroverse gab, wurde vom Publikum mit seinem Pop-Liebeslied Michelle freundlich empfangen. Es gab aber einzelne Buhrufe und Pfiffe. In der Wiener Innenstadt hatten zuvor mehrere propalästinensische Aktivisten mit symbolischen Särgen gegen die Teilnahme Israels protestiert. Die deutsche Sängerin Engels schürte mit ihrem Auftritt in der Wiener Stadthalle neue Hoffnung auf ein gutes Abschneiden Deutschlands. In den Wettbüros liegt sie mit ihrem Song Fire im hinteren Mittelfeld. Die 10.000 Zuschauer in Wien aber jubelten, als sich Engels auf der flammengesäumten Bühne von einem riesigen Würfel rücklings in die Arme ihrer Tänzerinnen fallen ließ. Außerdem ließ sie sich in bewährter ESC-Manier das Kleid vom Leib reißen, um in einem goldenen Body weiterzutanzen – zusammen mit dem roten Würfel und einem teils schwarzen Hintergrund ergaben das die deutschen Farben. Nach dem ersten Halbfinale sind nun fünf der 35 Teilnehmer – Portugal, Georgien, Montenegro, Estland und San Marino – bereits ausgeschieden. Der Sängerin Senhit aus San Marino half es nicht, dass sie für ihren Beitrag Superstar extra den Popstar Boy George für zwei Liedzeilen angeheuert hatte. Am Donnerstag folgt das zweite Halbfinale mit wieder 15 teilnehmenden Ländern, die um die zehn verbliebenen Tickets für das Finale am Samstagabend kämpfen. Im zweiten Halbfinale treten unter anderem die Mitfavoriten Sören Torpegaard Lund für Dänemark und Delta Goodrem für Australien auf. Der weltweit am meisten beachtete Musikwettbewerb findet in diesem Jahr zum 70. Mal statt und Gastgeberland Österreich setzte gleich zu Beginn auf Nostalgie. Statt eines aktuellen Teilnehmers eröffnete Schlagerstar Vicky Leandros das Halbfinale mit einer Kurzversion ihres Lieds L'amour est bleu, mit dem sie einst 1967 für Luxemburg den vierten Platz in Wien belegt hatte. Insgesamt steckt der ESC aber in der Krise. Statt einer erhofften Rekordzahl an Teilnehmern haben sich nur 35 Starter angemeldet – so wenige wie seit mehr als 20 Jahren nicht. Die Europäische Rundfunkunion EBU, die den ESC ausrichtet, ist zerstritten. Spanien, Irland, die Niederlande, Island und Slowenien machen aus Protest gegen die Teilnahme Israels in diesem Jahr nicht mit. 2025 hatte Israel mit einer großen Kampagne in sozialen Netzwerken für seine Starterin Yuval Raphael geworben. Eine direkte Manipulation der Abstimmung konnte dem Land nicht nachgewiesen werden – der israelische Beitrag gewann aber im vergangenen Jahr unerwartet die Publikumsabstimmung und wurde insgesamt Zweiter. Aus der Debatte zog der ESC Konsequenzen und führte neue Regeln ein. Unter anderem gibt es in den Halbfinals wieder eine Juryabstimmung. In den Jahren 2023 bis 2025 waren sie eine reine Publikumsentscheidung.