Datum13.05.2026 00:09
Quellewww.zeit.de
TLDRTrumps geplantes Raketenabwehrprogramm "Golden Dome" könnte laut US-Kongress 1,2 Billionen Dollar kosten, deutlich mehr als die ursprünglich von Trump genannten 175 Milliarden Dollar. Das System, das 7800 Satelliten und bodengestützte Waffen umfassen soll, zielt auf die Abwehr von Angriffen aus dem Weltraum ab. Kritiker bemängeln die hohe Komplexität und die fragliche Umsetzbarkeit. Das Haushaltsbüro weist darauf hin, dass es sich um ein beispielhaftes Szenario handelt und genaue Kosten schwer zu schätzen sind.
InhaltEin neuartiges Schutzsystem soll Angriffe auf die USA aus dem Weltraum abwehren. Eine Analyse aus dem Kongress zeigt: Es dürfte deutlich teurer werden als angekündigt. Das von US-Präsident Donald Trump geplante Raketenabwehrprogramm Golden Dome wird nach Berechnungen des parteiunabhängigen Haushaltsbüros im US-Kongress (CBO) deutlich teurer als angekündigt. Wie aus einer Analyse des Amts hervorgeht, könnte das Vorhaben rund 1,2 Billionen US-Dollar (umgerechnet rund eine Billion Euro) über einen Zeitraum von 20 Jahren kosten. Trump selbst hatte bei der Ankündigung des Projekts im vergangenen Jahr Kosten von 175 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Allein die Beschaffungskosten bezifferte das CBO auf etwas mehr als eine Billion Dollar. Davon entfielen etwa 70 Prozent auf die geplante weltraumgestützte Komponente, die ein Netzwerk aus 7800 Satelliten umfassen soll. Trump will mit seinem Golden Dome nach dem Vorbild des israelischen Iron Dome eine neue Raketenabwehr für die USA aufbauen. Dafür sollen Waffen im Weltraum stationiert werden. Das Projekt, das Trump in seiner ersten Amtswoche per Dekret in Auftrag gegeben hatte, gilt gerade wegen der Weltraumkomponente als technisch hochkomplex, extrem teuer und kaum umsetzbar. Das Haushaltsbüro wies darauf hin, dass die jüngste Kostenanalyse ein beispielhaftes Szenario widerspiegele und keine Schätzung eines konkreten Vorschlags der Regierung darstelle. Unter anderem fehlten vom Verteidigungsministerium Detailangaben darüber, welche und wie viele Systeme stationiert werden sollen. Diese Umstände machten es unmöglich, die langfristigen Kosten der "goldenen Kuppel" zu veranschlagen, schreibt das Büro in seiner Analyse. Der US-Kongress hat bereits rund 24 Milliarden Dollar für das Raketenabwehrprogramm bewilligt. Trump hatte vergangenes Jahr angekündigt, dass das System noch vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit im Januar 2029 voll einsatzbereit sein werde. Er hatte auch Kanada eine kostenlose Beteiligung an dem Raketenabwehrsystem angeboten – wenn sich das Land im Gegenzug den USA anschließen würde. Das Konzept für den Golden Dome sieht neben dem Ausbau bodengestützter Abwehrraketen, Sensoren und Kommandozentralen auch satellitengestützte Waffen vor. Sie sollen Bedrohungen aus der Erdumlaufbahn heraus erkennen, verfolgen und gegebenenfalls ausschalten. Das System soll die gesamten USA einschließlich Alaska und Hawaii abdecken und einen Angriff einer Regionalmacht wie Nordkorea vollständig abwehren können. Das CBO warnte jedoch, dass der Schutzschild bei einem großangelegten Angriff Russlands oder Chinas an seine Grenzen stoßen könnte.