Datum12.05.2026 22:06
Quellewww.spiegel.de
TLDRMexikos Regierung stoppt die vorgezogenen Sommerferien für über 24 Millionen Schüler, die wegen der Fußball-WM 2026 geplant waren. Ursprünglich sollten die Ferien am 11. Juni beginnen, nun enden sie erst am 15. Juli. Dies geschah nach Kritik von Eltern und Bildungsexperten, die die Priorisierung der Bildung betonten. Regionale Unterschiede in den Ferienplänen sind weiterhin möglich.
InhaltIm Co-Gastgeberland Mexiko gibt es doch keine längeren Schulferien während der Fußball-Weltmeisterschaft. In den einzelnen Regionen könnte es aber zu Unterschieden kommen. Die Schüler und Schülerinnen müssen in Mexiko doch bis zum 15. Juli in die Schule gehen. Der Schulunterricht werde nicht wie geplant um sechs Wochen gekürzt, wie das Bildungsministerium mitteilte. Damit machte die Regierung im Co-Gastgeberland einen Rückzieher im Streit über eine Verlängerung der Sommerferien wegen der Fußball-Weltmeisterschaft. Auf regionaler Ebene werden die Behörden allerdings je nach örtlichen Gegebenheiten immer noch entscheiden können, ob der Zeitplan angepasst wird oder nicht. "Damit wird das Wohl der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund gestellt und Millionen mexikanischen Familien, deren Alltag vom Schulkalender abhängt, werden Sicherheit und Stabilität geboten", sagte Bildungsminister Mario Delgado. Mexiko richtet gemeinsam mit den USA und Kanada die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 aus. Im Eröffnungsspiel im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt treffen am 11. Juni Mexiko und Südafrika aufeinander. In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey werden insgesamt 13 WM-Spiele ausgetragen. Wegen der WM hatte das mexikanische Bildungsministerium in der vergangenen Woche noch den Beginn der Sommerferien um mehr als einen Monat vorgezogen. Damit hätten sich die Schulferien für über 24 Millionen Schüler in dem lateinamerikanischen Land auf insgesamt fast drei Monate verlängert. Begründet wurde dieser Schritt mit der WM und den hohen Temperaturen in einigen Regionen. Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Clara Brugada, hatte zudem dafür plädiert, während der WM-Spieltage die Schule ausfallen zu lassen. Arbeitnehmer sollten von zu Hause arbeiten, um Staus und eine Überlastung des öffentlichen Personennahverkehrs zu verhindern. Elternvertreter und Bildungsexperten hatten dagegen kritisiert, dass die Schulferien verlängert wurden. "Die Bildung unserer Kinder darf nicht für eine Sportveranstaltung geopfert werden", zitierte etwa die Zeitung "El Universal" aus einer Stellungnahme des Elternverbands UNPF. "Das Schuljahr vorzeitig zu beenden, kann keine Lösung für die Herausforderungen des Bildungssystems sein", schrieb Patricia Vázquez von der Bildungsinitiative Mexicanos Primero auf der Plattform X. "Jeder Schultag zählt, insbesondere für Millionen von Kindern und Jugendlichen, die noch immer mit Lerndefiziten zu kämpfen haben." Der Bildungsexperte Marco Fernández von der Technischen Universität Monterrey sagte: "Angesichts der Herausforderungen, die wir bei der Verbesserung der Lernergebnisse unserer Schüler zu bewältigen haben, ist es besorgniserregend, dass die Regierung sich mehr um die Weltmeisterschaft kümmert als darum, dass die Kinder Lesen, Rechnen und Grundlagen des wissenschaftlichen Denkens lernen." Die Kritiker setzten sich nun offenbar durch.