Grönland: USA planen laut Bericht drei neue Militärbasen

Datum12.05.2026 19:25

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA planen laut einem BBC-Bericht drei neue Militärbasen in Grönland, was Teil laufender Verhandlungen mit Grönland und Dänemark ist. Dies folgt auf Donald Trumps früheren Wunsch, Grönland zu erwerben. Ein bestehendes Verteidigungsabkommen von 1951 könnte die Basis für die Erweiterung bilden. Zwei potenzielle Standorte sind Narsarsuaq und Kangerlussuaq. Grönland und Dänemark lehnen eine Annexion ab, suchen aber einen Kompromiss.

InhaltDonald Trump wollte erst die größte Insel der Welt für die USA haben. Dann gab er sich mit neuen Militärbasen auf Grönland zufrieden. Die Verhandlungen darüber laufen. Grönland, Dänemark und die USA verhandeln derzeit über eine verstärkte US-Militärpräsenz im arktischen Gebiet. Dies sei Teil der laufenden Gespräche mit der Regierung in Washington, sagte der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik ‌Nielsen in Kopenhagen. Es habe einige Schritte in die richtige Richtung gegeben. Einem Bericht des Senders BBC zufolge streben die USA die Errichtung von drei neuen Stützpunkten  in Grönland an, die möglicherweise zu US-Hoheitsgebiet erklärt werden sollen. Die USA unterhalten aktuell mit der ‌Pituffik Space Base im Nordwesten einen aktiven ​Stützpunkt auf der ‌Insel. Ein Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark aus dem Jahr 1951 bilde eine mögliche Grundlage für eine Erweiterung, erklärte Nielsen nun. Zwei der potenziellen neuen Standorte sind örtlichen Medien zufolge Narsarsuaq und Kangerlussuaq, wo sich bereits ehemalige US-Stützpunkte ‌mit Landebahnen und Hafenanlagen befinden. ​Ein US-Gesandter habe kürzlich ‌die Anlagen in Narsarsuaq inspiziert, um eine etwaige Wiedereröffnung ‌zu prüfen. ​ US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach den Wunsch geäußert, Grönland zu erwerben oder zumindest zu kontrollieren. Trumps wiederholte Drohungen, die zum Königreich Dänemark gehörende und strategisch bedeutende Insel notfalls auch mit Gewalt zu annektieren, hatten Anfang des Jahres zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt. Europäische Länder wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich hatten sich in dem Konflikt mit den USA hinter Dänemark und Grönland gestellt. Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk haben eine Annexion durch die Vereinigten Staaten entschieden abgelehnt. Seit einiger Zeit laufen die Gespräche mit Trumps Regierung – mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden. Dieser könnte nun laut dem BBC-Bericht die Errichtung der drei neuen Stützpunkte sein. In der kommenden Woche wird der Trumps Grönlandbeauftragter Jeff Landry zu einer Wirtschaftskonferenz auf ​der Insel mit ihren 57.000 ⁠Einwohnern erwartet.