Datum12.05.2026 18:26
Quellewww.zeit.de
TLDREin russischer Zerstörer wurde vor Fehmarn gesichtet, woraufhin die NATO, unter Führung der deutschen Fregatte Sachsen, mit dem französischen Schiff Auvergne die Bewegungen des russischen Schiffs "Severomorsk" überwacht. Deutschland erwartet russische Kriegsschiffe in der Ostsee, die möglicherweise die eigene "Schattenflotte" zur Umgehung von Ölpreisdeckeln und mutmaßlichen Sabotageakten überwachen. Russland hingegen beschuldigt die NATO, die Spannungen in der Ostsee zu verschärfen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nato“. Lesen Sie jetzt „Russischer Zerstörer vor Fehmarn unterwegs“. Ein russischer Zerstörer liegt derzeit vor der Insel Fehmarn. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Man gehe davon aus, dass Russland mit seinen Kriegsschiffen die eigenen Schiffe der "Schattenflotte" überwachen wolle, so der Sprecher. Über diese versucht Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Zudem steht die Schattenflotte in Verdacht, für Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur genutzt zu werden. Ein Nato-Sprecher sagte, die Bündnispartner beobachteten die Bewegungen russischer Kriegsschiffe. Demnach sind Schiffe des ständigen Nato-Marineverbandes 1 (SNMG1) in der Ostsee unterwegs, um die Routen der Russen zu verfolgen. Flaggschiff des Nato-Verbandes ist die deutsche Fregatte "Sachsen". Nach Angaben der "Kieler Nachrichten" stieß aus Frankreich auch die Fregatte "Auvergne" dazu, die bei Fehmarn den russischen Zerstörer "Severomorsk" aus der Nähe beschatte. Berlin zeigte sich von der Präsenz russischer Kriegsschiffe in den Gewässern nicht überrascht. "Im Bereich Fehmarn in der Ostsee, Skagerrak und am Finnischen Meerbusen sind kontinuierlich russische Kriegsschiffe zu beobachten", erklärte der Ministeriumssprecher. Dies werde zum Teil auch als Gegenreaktion zu Nato-Operationen wie "Baltic Sentry" gesehen. "Baltic Sentry 2025" gehört zu den Maßnahmen erhöhter Wachsamkeit an der Nord- und Ostflanke der Nato insbesondere nach der gestiegenen Zahl von beschädigten Datenkabeln und Pipelines in der Ostsee, hinter denen Sabotageakte vermutet werden. Der Kreml machte die Nato für Spannungen in der Ostsee verantwortlich, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. "Was die Sicherheit im Ostseeraum betrifft, so trägt in den letzten Monaten vor allem Aktivität der Marine von Nato-Staaten und nicht die Russische Föderation zur Verschärfung der Spannungen bei", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. © dpa-infocom, dpa:260512-930-72068/1