US-Comedians verspotten Trump: »Ich finde es gut, dass er lineares Fernsehen schaut«

Datum12.05.2026 16:39

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Late-Night-Moderatoren, darunter Stephen Colbert und Jimmy Kimmel, verteidigen ihr Genre gegen Donald Trumps Kritik. Sie machen seine Wut zur Pointe und argumentieren, dass die Shows trotz sinkender Zuschauerzahlen eine treue Fangemeinde haben und Menschen unterhalten. Sie schätzen Trumps Aufmerksamkeit als Beweis für die Relevanz des linearen Fernsehens. Die Moderatoren bilden die informelle Gruppe "Strike Force Five".

InhaltDonald Trump wettert regelmäßig gegen Amerikas Late-Night-Talker. Nun schlagen Stephen Colbert, Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon, Seth Meyers und John Oliver zurück: Sie machen seine Wut selbst zur Pointe. Die Late-Night-Moderatoren Stephen Colbert, Jimmy Fallon, Jimmy Kimmel, Seth Meyers und John Oliver haben sich für Late-Night-Shows ausgesprochen. Sie alle trafen sich in der "Late Show" von Colbert, die am 21. Mai eingestellt wird. Colbert forderte seine Gäste auf, sich für das Genre einzusetzen. Kimmel machte den Anfang. Er habe die Stärke der Fans selbst erlebt, als seine Show "Jimmy Kimmel Live!" kurzzeitig abgesetzt wurde. "Als meine Sendung für ein paar Tage ausfiel, haben die Leute Disney+ gekündigt", sagte er. Kimmel hatte Trumps MAGA-Bewegung im September 2025 vorgeworfen, sich die Ermordung des ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk politisch zunutze zu machen. Nach heftiger Kritik an der Absetzung  vollzog der ABC-Mutterkonzern Disney schließlich eine Kehrtwende und nahm Kimmels Show wieder ins Programm. Zwar erreiche eine einzelne Show nicht mehr so viele Menschen wie zu früheren Zeiten. "Aber wir haben viele Sendungen", sagte Kimmel. Die hätten Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer pro Folge, und das summiere sich, sagte er weiter. Die Menschen hätten viele Möglichkeiten, sich unterhalten zu lassen. "Trotzdem kommen sie immer wieder zu uns." Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Jimmy Fallon ergänzte danach, dass die Menschen "vor dem Schlafengehen noch einmal eine Runde lachen" wollen. Colbert stellte der Gruppe daraufhin eine weitere Frage: "Hättet ihr als junge Comedians jemals gedacht, dass sie mal einen Job machen würden, zu dem der Präsident der Vereinigten Staaten eine starke Meinung hat?" Kimmel wertschätzte zunächst die Solidarität der anderen, die sich in einem gemeinsamen Gruppenchat darüber austauschen. Danach sagte er: "Wisst ihr, was noch seltsamer ist? Einen Job zu machen, zu dem seine Frau starke Gefühle hat." Kimmel hatte der Melania Trump in seiner Show das Strahlen einer "werdenden Witwe" bescheinigt und sich über Donald Trumps Alter und Gesundheitszustand lustig gemacht. Trump, der selbst immer wieder andere Menschen beleidigt, forderte, Kimmel zu entlassen. John Oliver, der Moderator der Show "Last Week Tonight", erinnerte sich an den Moment, als er von Kimmels Ärger mit der First Lady erfuhr: "Es ist schon erstaunlich, in einer Gruppen-SMS eine Nachricht von Jimmy zu bekommen, in der er sagt: ›Oh je.‹ Und dann ein Bild von Melania, die wütend auf ihn ist." Sein Kollege Meyers macht sich ebenfalls Trumps Interesse zunutze: "Was mir gefällt, ist, dass er postet, wenn die Sendung läuft. Ich finde es gut, dass er lineares Fernsehen schaut", sagte Meyers. "Wenn ich für Late-Night-Sendungen argumentieren sollte, dann damit, dass die führenden Politiker der freien Welt sie sehen, wenn sie ausgestrahlt werden." Die fünf Moderatoren sind befreundet und nennen sich mitunter "Strike Force Five". Der Name geht auf ein vergangenes Projekt zurück: Als 2023 ihre Autoren streikten, produzierten sie zu fünft einen Podcast, der ihre Mitarbeiter unterstützen sollte. Trevor Noah gehörte in die Reihe der großen Late-Night-Talker in den USA, machte auf eigenen Wunsch Schluss damit. Lesen Sie hier, wie er auf das Land unter Trump blickt.