Irankrieg treibt US-Inflationsrate auf Dreijahreshoch

Datum12.05.2026 15:57

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie US-Inflationsrate erreichte im April ein Dreijahreshoch von 3,8 %, hauptsächlich getrieben durch gestiegene Energiepreise infolge des Irankriegs. Experten erwarten eine weitere Zunahme der Inflation im Mai. Dies könnte Zinssenkungen durch die US-Notenbank unwahrscheinlicher machen. Ob diese Entwicklung Donald Trumps Wahlversprechen sinkender Preise untergräbt, bleibt abzuwarten.

InhaltDonald Trump hat den Amerikanern sinkende Verbraucherpreise versprochen. Tatsächlich führt sein Krieg im Nahen Osten zum genauen Gegenteil. Und es könnte noch schlimmer kommen. Der Irankrieg hat die Inflation in den USA angeheizt: Die Teuerungsrate stieg im April im Jahresvergleich um 3,8 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2023. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg der Rate auf 3,7 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum März legten die Verbraucherpreise insgesamt um 0,6 Prozent zu. Dies war so von Experten erwartet worden. Die Preisentwicklung wird von den im Zuge des Irankriegs deutlich gestiegenen Energiepreisen getrieben . Diese legten um 17,9 Prozent im Jahresvergleich zu. Die Benzinpreise stiegen gar um 29,2 Prozent. Deswegen soll das Ende der steigenden Teuerungsrate noch nicht erreicht sein. "Wir erwarten, dass die Gesamtinflationsrate im Mai auf über vier Prozent steigt", kommentierte Christoph Balz, USA-Experte bei der Commerzbank. "Unter der Annahme, dass sich dann die Lage im Nahen Osten entspannt und der Ölpreis wieder auf 80 Dollar fällt, sollte die Inflation im zweiten Halbjahr wieder nachlassen." Die Kerninflationsrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg stärker als erwartet. Die Jahresrate kletterte von 2,6 Prozent im Vormonat auf 2,8 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 2,7 Prozent gerechnet. Die Preisentwicklung dürfte auch Folgen für die Zinsentwicklung haben, wie Thomas Gitzel von der VP Bank meint. "Der designierte Notenbankpräsident Kevin Warsh liebäugelt mit Zinssenkungen, doch in Anbetracht der aktuellen Inflationsentwicklung wird er davon vorerst Abstand nehmen müssen." Die Reaktionen an den Finanzmärkten hielten sich in Grenzen. Die Renditen von US-Anleihen legten kurzzeitig zu. Sie gaben ihre Gewinne jedoch rasch wieder ab. Donald Trump hat seinen Wählern sinkende Preise versprochen. Ob sich der US-Präsident verkalkuliert hat, lesen Sie hier .