Landgericht Verden: Daniela Klette äußert Mitleid mit Opfern - und teilt aus

Datum12.05.2026 14:42

Quellewww.zeit.de

TLDRDie frühere RAF-Terroristin Daniela Klette äußerte im Prozess vor dem Landgericht Verden Mitleid mit den Opfern von Raubüberfällen und bedauerte deren Leid. Sie verteidigte die Taten jedoch als notwendig zum Überleben im Untergrund, ohne eine direkte Beteiligung zuzugeben. Klette bezeichnete sich selbst als Opfer des Systems und stellte indirekt die alleinige Schuld der Überfälle an den psychischen Folgen in Frage, indem sie auf allgemeinere Belastungen der Gesellschaft verwies. Die Anklage wirft ihr und Komplizen schwere Raubüberfälle mit einem Erlös von über zwei Millionen Euro vor.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landgericht Verden“. Lesen Sie jetzt „Daniela Klette äußert Mitleid mit Opfern - und teilt aus“. Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette wegen schweren Raubes hat die Angeklagte das Leid der Opfer anerkannt, ohne allerdings eine Beteiligung an den Taten einzuräumen. Ihr tue es "wirklich sehr leid" und es sei "zu bedauern", wie schwer einige der Geschädigten noch heute unter den Geschehnissen litten, sagte sie in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Verden. Sie habe nicht gewusst, dass Geldboten und Kassenpersonal keine ausreichenden psychologischen Unterstützungen von ihren Arbeitgebern bekämen.  Sie verteidigte die Raubüberfälle als notwendig, um im Untergrund überleben zu können. Die Taten hätten nichts mit "Abenteuerlust" zu tun gehabt, sagte sie. Ausführlich sprach sie davon, wie sie und Gleichgesinnte die vergangenen Jahrzehnte erlebten. Dabei erklärte sie, dass sie sich selbst als Opfer des politischen Systems sieht. Nur in der Illegalität hätten sie und andere die Möglichkeit gehabt, als radikale Linke weiterzubestehen, sagte sie.  Demnach erwartete Klette nicht, dass Betroffene infolge der Raubüberfälle schwere psychische Probleme bekommen könnten. Indirekt stellte sie auch die Frage, ob die vor Gericht geschilderten Folgen tatsächlich nur auf die Überfälle zurückzuführen sind. Es gebe immer mehr traumatisierte Menschen in der Gesellschaft, sagte sie. Als Gründe nannte sie unter anderem Armut, Kriege, Unterdrückung von Minderheiten und Rassismus.  Laut Anklage soll Klette mit ihren mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub zwischen 1999 und 2016 maskiert und teils schwer bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte in mehreren Städten überfallen haben. Dabei soll die Bande mehr als zwei Millionen Euro erbeutet haben. © dpa-infocom, dpa:260512-930-70573/1