Datum12.05.2026 12:23
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Berlin hat die Zahl rassistischer und rechtsextremer Propagandadelikte zugenommen, einschließlich Aufklebern, Vorfällen bei Demonstrationen sowie Beleidigungen und Übergriffen. Von den 8.286 gemeldeten Vorfällen machten Propagandadelikte 65 Prozent aus. Rassismus war mit 2.320 Fällen die häufigste Kategorie, gefolgt von antisemitischen Vorfällen. Auch Angriffe auf Antifaschisten, Bezüge zum Nationalsozialismus und Queerfeindlichkeit wurden verzeichnet. Es ist unklar, ob die Zunahme auf tatsächliche Mehrfälle oder erhöhte Meldungen zurückzuführen ist.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Extremismus“. Lesen Sie jetzt „Mehr rassistische Propaganda und Beleidigungen gezählt“. Mehr rassistische und rechtsextreme Propagandadelikte wie Aufkleber, Vorfälle bei Demonstrationen sowie sonstige Ausgrenzungen und Übergriffe sind im vergangenen Jahr in Berlin von einer Sammelstelle erfasst worden. Bei den Berliner Registern wurden 8.286 solcher Fälle gemeldet, wie mitgeteilt wurde. 2024 waren es 7.720 und 2023 5.286 Vorfälle. Ob tatsächlich mehr geschieht oder ob von Opfern und Zeugen mehr gemeldet wird, lässt sich nicht sicher feststellen. "Die erfassten Aufkleber, Demonstrationen, Ausgrenzungen und Übergriffe richten sich gegen alle, die in extrem rechte Feindbilder passen", teilten die Berliner Register mit. Die häufigste Aktionsform sei Propaganda, also die Verbreitung diskriminierender und rechtsradikaler Botschaften in Form von Aufklebern, Schmierereien oder Flyern (65 Prozent), hieß es. Gezählt wurden aber auch 1.388 Bedrohungen, Beleidigungen und Pöbeleien (17 Prozent) sowie 423 direkte Übergriffe und Angriffe (5 Prozent). Ein großer Teil der gemeldeten Vorfälle wird dem Bereich Rassismus zugeordnet (2.320 Fälle). Dazu gehörten auch verbale Beleidigungen gegen Frauen mit Kopftuch oder schwarze Menschen. Seit zwei Jahren bewegten sich auch antisemitische Vorfälle auf einem anhaltend hohen Niveau (1.705 Fälle). Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, würden vor allem im Osten Berlins angepöbelt und von Neonazis ins Visier genommen (1.641 Fälle). Fälle von Bezügen zum Nationalsozialismus wie Hakenkreuz-Graffiti, erreichten ebenfalls einen Höchststand (1.054 Fälle). Auch Queerfeindlichkeit spiele eine Rolle (569 Fälle). Die Berliner Register sind ein Projekt zur Dokumentation rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle in den Berliner Bezirken. Dabei werden auch Vorfälle wie Schmierereien oder Beleidigungen gezählt, die keine Straftaten darstellen oder nicht angezeigt werden bei der Polizei. © dpa-infocom, dpa:260512-930-69547/1