Datum15.10.2025 13:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Gewinner des "Wildlife Photographer of the Year 2025" wurden bekannt gegeben, wobei herausragende Naturmomente ausgezeichnet wurden. Wim van den Heever erhielt den Hauptpreis für sein Foto einer braunen Hyäne in der Geisterstadt Kolmanskop. Weitere Preise gingen an Fotografen, die beeindruckende Aufnahmen von Karakalen, Ameisenbären und Fleischfressenden Pflanzen gemacht hatten. Jon Juarez wurde für die Dokumentation eines erfolgreichen Embryotransfers bei Nashörnern ausgezeichnet. Der Wettbewerb zeigt die Vielfalt und Schönheit der Tierwelt eindrucksvoll.
InhaltEin Raubkatze mit Jagderfolg, fleischfressende Disco-Pflanzen und hungrige Möwen: Fotografen haben atemberaubende Naturmomente festgehalten. Die besten wurden beim "Wildlife Photographer Award" ausgezeichnet. Eine Auswahl. Geister-Hyäne: Rund zehn Jahre lang kehrte Wim van den Heever immer wieder in die verlassene Diamantenstadt Kolmanskop in Namibia zurück. Sein Ziel: Eine braune Hyäne im sandverwehten Ambiente der Geisterstadt fotografieren. Sein Traum wurde Wirklichkeit und bescherte ihm den Titel in der Hauptkategorie beim Wettbewerb "Wildlife Photographer of the Year 2025" des Natural History Museum in London. Wim van den Heever / Wildlife Photographer of the Year Flamingo zum Frühstück: Dennis Stogsdill entdeckte am Ndutu-See in Tansania einen Karakal. Die Raubkatze ist für ihre waghalsigen Luftsprünge bekannt, mit denen sie Vögel im Flug fängt. Von dieser akrobatischen Höchstleistung dürfte dieser Flamingo wenig beeindruckt gewesen sein. Dennis Stogsdill / Wildlife Photographer of the Year Augenzeuge der Zerstörung: Ein Bockkäfer krabbelt vor einem Bagger durch die Szenerie einer verlassenen Baustelle in Mittelitalien. Für dieses eindrucksvolle Motiv erhielt Andrea Dominizi den Preis als bester Jungfotograf. Andrea Dominizi / Wildlife Photographer of the Year "Ich hab noch Hunger!": Ein junger Ameisenbär folgt seiner Pflegerin nach der abendlichen Fütterung. Seine leibliche Mutter kam bei einem Autounfall ums Leben. Nun wird er in einer Auffangstation liebevoll versorgt. Das Foto stammt von Fernando Faciole. Fernando Faciole / Wildlife Photographer of the Year Tödliches Partylicht: Die fleischfressende Kannenpflanze Nepenthes mirabilis nutzt ultraviolettes Licht, um Insekten anzulocken. Für das menschliche Auge ist es unsichtbar, für viele Insekten jedoch deutlich erkennbar. Chien Lee gelang es, diesen Effekt in Indonesien einzufangen – in dem kurzen Moment zwischen beleuchtetem Himmel und einsetzender Dunkelheit, in dem Pflanze und UV-Fluoreszenz perfekt zur Geltung kamen. In Morgentau gehüllt: Mit einem Fund am frühen, kalten Septembermorgen gewann die junge Britin Jamie Smart den Preis in der Kategorie für unter Zehnjährige. Eine Radnetzspinne, verborgen in ihrem seidenen Unterschlupf. Ein einzelner Signalfaden überträgt die Erschütterungen gefangener Beute direkt an die Spinne, die dann blitzschnell hervorschießt, um sich ihr Frühstück zu holen. "Meins! Meins! Meins!": Wer den Pixar-Klassiker "Findet Nemo" kennt, weiß: Wenn Möwen einen Fisch erspähen, ist das Chaos vorprogrammiert. Im Norden Norwegens hat Audun Rikardsen genau dieses Spektakel eingefangen. Ein Schwarm Möwen fällt über ein Fischereifahrzeug her, um sich Futter zu sichern. Audun Rikardsen / Wildlife Photographer of the Year Amphibien-Dating: Quentin Martinez hat auf dem Kaw-Berg in Französisch-Guayana eine stimmgewaltige Versammlung kleiner Laubfrösche festgehalten. Nach kräftigem Regen beginnt dort für wenige Stunden eine Paarungszeremonie, bei der die Laubfrösche kurze, schrille Laute von sich geben. Quentin Martinez / Wildlife Photographer of the Year Durchbruch: Der Fötus eines südlichen Breitmaulnashorns markiert den ersten erfolgreichen Embryotransfer per In-vitro-Fertilisation (IVF) bei Nashörnern. Obwohl der Fötus aufgrund einer Infektion nicht überlebte, ist dieser Meilenstein ein Hoffnungsschimmer für das bedrohte nördliche Breitmaulnashorn. Wissenschaftler sind nun bereit, den nächsten Schritt zu wagen: den Transfer eines Embryos des nördlichen Breitmaulnashorns in eine Leihmutter des südlichen. Für die Dokumentation dieses Moments erhielt Jon Juarez den Preis für Fotojournalismus. Into the Spider-Verse: Dieses farbenfrohe, kaleidoskopartige Motiv der deutschen Fotografin Simone Baumeister wurde ebenfalls ausgezeichnet. Die Silhouette einer Radnetzspinne hängt unter einer Fußgängerbrücke – beleuchtet von den Scheinwerfern vorbeifahrender Autos.