NSDAP-Archiv: Wie internationale Medien über das NSDAP-Suchtool der ZEIT berichten

Datum12.05.2026 08:35

Quellewww.zeit.de

TLDRDas ZEIT-Projekt zur NSDAP-Kartei, eine KI-gestützte Suchmaschine, erregt weltweit Aufsehen. Internationale Medien wie CNN, The Guardian und Le Monde berichten über das Tool, das Nutzern erlaubt, schnell und einfach ehemalige NSDAP-Mitglieder zu recherchieren. Experten loben die einfache Bedienung und die Bedeutung für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Das Interesse reicht von Europa bis Indien und unterstreicht die Relevanz der digitalen Zugänglichkeit historischer Dokumente.

Inhalt"CNN", "Guardian", "Le Monde", Indiens Tageszeitung "Dainik Bhaskar": Das ZEIT-Projekt zur NSDAP-Kartei sorgt weltweit für Aufsehen. Ein Blick in die Berichterstattung Die Einfachheit der ZEIT-Suchmaschine ist wohl ihr größter Erfolg. Allein ein Name reicht, um in Sekunden Angehörige zu finden, die einst in die NSDAP eintraten. Jahrzehntealte Fragen zur Nazizeit, betretenes Schweigen oder unvollständige Erzählungen über Opa oder die Urgroßeltern – mit wenigen Klicks beantwortet. Zumindest ein entscheidender Teil davon. Und für viele der Beginn, um weitere Nachforschungen anzustellen. Kurz vor Ostern 2026 hat ein Team aus Datenjournalistinnen und -journalisten, Mathematikern, KI-Expertinnen und -experten sowie Geschichts- und Wissenschaftsredakteuren der ZEIT das Tool veröffentlicht. Innerhalb weniger Stunden und Tage erreichten uns Tausende Kommentare und Nachrichten von Leserinnen und Lesern. Auch viele Medien interessieren sich seither für den Erfolg des mit KI entwickelten und nun schon millionenfach aufgerufenen Recherchetools. Zahlreiche Sendungen, TV- und Radiobeiträge sowie Artikel wurden bereits veröffentlicht. So antwortete Sven Stockrahm, Ressortleiter Wissenschaft bei der ZEIT, im Morgenprogramm des US-Nachrichtensenders CNN live auf die Fragen des Moderators Kim Brunhuber, der selbst noch unentschlossen war, ob er seinen Nachnamen in die Suchmaschine eingeben solle. Auf cnn.com erschien zudem ein Artikel. Darin nennt Christine Schmidt, Co-Direktorin der Wiener Holocaust-Bibliothek in London, die ZEIT-Suchmaschine einen "Segen für die Forschung zur Nazizeit". Digital auf die Mitgliederkartei zugreifen zu können, sei ein "bedeutender Fortschritt für die nationale und internationale Aufarbeitung" der Schrecken, die aus der NS-Vergangenheit resultierten. Radio Canada veröffentlichte einen Fernsehbeitrag, in dem Christian Staas, Ressortleiter Geschichte der ZEIT, unter anderem erläuterte, was die NSDAP-Mitgliedskarte eines Angehörigen über dessen Überzeugungen vermuten lässt und vor allem was nicht. Die Besonderheit in diesem Beitrag: Die Redaktion begleitete die deutsche Schauspielerin und Produzentin Catherine Bode dabei, wie sie selbst – sichtlich überrascht – einen Verwandten in der Datenbank findet. In Europa berichteten Medien etwa in den Niederlanden (NOS, der größte öffentlich-rechtliche Nachrichtenkanal) und Spanien (Tageszeitung El País). Besonderes Interesse gab es in Frankreich, wo unter anderem Le Monde, Radio France und Libération über das ZEIT-Projekt Artikel veröffentlichten. Der Fernsehsender Arte widmete in seinem Talkformat 28 Minutes dem ZEIT-Recherchetool sogar knapp eine halbe Stunde Diskussion. In Großbritannien wurde das ZEIT-Recherchetool etwa im Guardian, dem Daily Star und dem Observer besprochen. Im Radioprogramm der BBC beantwortete Christian Staas stellvertretend für das gesamte Team hinter der Suchmaschine Fragen zum Projekt (ab Minute 18:35). Bis nach Asien reicht die Aufmerksamkeit. Unter der Zeile "Deutschland: Neue Suchmaschine – Jetzt können Menschen herausfinden, ob ihre Verwandten Mitglieder der NSDAP waren oder nicht" berichtete Dainik Bhaskar, einer der auflagenstärksten Zeitungen Indiens. Auch auf der international erfolgreichen Nachrichtenseite von New Delhi Television gab es einen Bericht.  Die US-Nachrichtenagentur Jewish News Syndicate veröffentlichte eine Meldung zum NSDAP-Projekt der ZEIT. Auch bei deutschen Medien ist das Interesse an der NSDAP-Suchmaschine groß. Drei Beispiele: Die Süddeutsche Zeitung sieht darin einen "Coup, man kann es nicht anders sagen", und die taz unterstreicht die Wichtigkeit, Dokumente aus der NS-Zeit in dieser Form bereitzustellen. Bei rbb24 diskutierten ZEIT-Ressortleiter Christian Staas und Johannes Tuchel, ehemaliger Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, mit Hörerinnen und Hörern über die NSDAP-Mitgliederkartei. Und das Interesse lässt nicht nach.