Datum12.05.2026 07:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRTexas verklagt Netflix wegen illegaler Datensammlung und der Schaffung süchtig machender Funktionen. Der Bundesstaat wirft dem Streamingdienst vor, Sehgewohnheiten und sensible Verhaltensdaten zu protokollieren und an Werbekunden weiterzugeben, um Nutzer an den Bildschirm zu fesseln. Besonders kritisiert wird die "Autoplay"-Funktion. Netflix weist die Vorwürfe als unbegründet zurück und betont die Einhaltung von Datenschutzgesetzen.
InhaltDer US-Bundesstaat Texas wirft dem Streamingdienst Netflix vor, Kunden auszuspähen und von sich abhängig zu machen. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Eine Funktion ist besonders umstritten. Der US-Bundesstaat Texas geht juristisch gegen den Streamingdienst Netflix vor. Die Staatsanwaltschaft wirft Netflix vor, illegal Nutzerdaten zu sammeln, wie aus einer nun eingereichten Klage hervorgeht. Darin wird der Streaminganbieter außerdem beschuldigt, Techniken einzusetzen, die junge Zuschauer süchtig nach der Plattform machen sollen. "Sie schauen Netflix, Netflix schaut Sie", heißt es in der Klageschrift . Der Onlinedienst protokolliere Sehgewohnheiten und "andere sensible Verhaltensdaten" und stelle diese Werbekunden zur Verfügung. Die Strategie von Netflix bestehe darin, "die Texaner und ihre Kinder an den Bildschirm zu fesseln, um so viele Daten wie möglich zu sammeln", erklärte der Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton. Daher habe der Streamingdienst seine Plattform "so konzipiert, dass sie süchtig macht". Paxton verwies insbesondere auf die "Autoplay"-Funktion, die nach dem Ende eines Videos sofort ein weiteres startet. Diese ist auf der Plattform standardmäßig aktiviert, kann aber jederzeit deaktiviert werden. Netflix bezeichnete die Klage als unbegründet. Sie stütze sich "auf falsche und verzerrte Informationen", erklärte das Unternehmen. "Netflix nimmt den Datenschutz seiner Mitglieder ernst und hält sich überall, wo wir tätig sind, an die entsprechenden Gesetze."