Datum12.05.2026 07:28
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bamberg Baskets, trotz des niedrigsten Etats der Liga, haben diese Saison überraschend den Pokal gewonnen und starten als Tabellendritter in die Playoffs. Geschäftsführer Philipp Höhne hebt die Bedeutung von Emotionen und dem "Freak City"-Gefühl hervor. Cheftrainer Anton Gavel, eine Ikone der früheren Erfolgsjahre, wird für den Erfolg gelobt. Es gibt Spekulationen, dass Gavel ein Kandidat für den Trainerposten beim FC Bayern sein könnte, auch wenn Bamberg derzeit mit ihm plant.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Vor den Playoffs“. Lesen Sie jetzt „"Arm aber sexy": Bambergs Basketballer träumen wieder“. Das von ihm schon einmal verwendete Sprichwort "Arm aber sexy" wollte der Geschäftsführer der Bamberg Baskets nicht wiederholen. "Arm würde auf uns auch zutreffen, sexy auf mich tatsächlich nicht so", antwortet Philipp Höhne auf das Motto angesprochen mit einem Grinsen. "Was bei uns am besten funktioniert, ist das Thema Freak City und Emotionen", fügte der Funktionär der Franken an. Der Verein, der über den niedrigsten Etat aller 18 Clubs verfügt, hat in dieser Spielzeit bereits sensationell den Pokal gewonnen und geht von Position drei in die am Wochenende beginnenden Playoffs. Nur Titelverteidiger FC Bayern und Dauerrivale Alba Berlin haben die über 34 Spieltage dauernde Saison erfolgreicher abgeschlossen als der zuletzt tief gefallene Ex-Champion. Das ist mehr als ein Achtungserfolg für den Club, der in den vergangenen Jahren immer mehr von der Landkarte des deutschen Spitzen-Basketballs zu verschwinden drohte. Und der Macher des Erfolgs ist neben Manager Höhne ein Ex-Profi, der die goldenen Zeiten Bambergs in den 2010er-Jahren prägte: Anton Gavel, inzwischen Cheftrainer. "In Ulm wurde er Meister, hier wurde er Pokalsieger. Es ist viel auf Anton zurückzuführen. Er hat eine tolle Vita. Es ist schön zu sehen, was er dem Standort zurückgibt. Besser kann man das nicht skripten", sagte der 39 Jahre alte Höhne der Deutschen Presse-Agentur. Am Pokalwochenende wurde Gavel auch in den höchsten Tönen von Bayerns Trainer-Legende Svetislav Pesic gelobt. "Ich bin sehr zufrieden, dass Anton nach seiner erfolgreichen Karriere die Entscheidung getroffen hat, Trainer zu werden", sagte der 76 Jahre alte Pesic über Gavel (41), der vor einem Jahrzehnt noch Profi unter seinem heutigen Trainerkollegen war. Pesic wird nach dieser Saison mal wieder aufhören - und logischerweise ist Gavel einer der heißen Kandidaten, um beim deutschen Primus zu übernehmen. Der "Bild" sagte Bambergs Geschäftsführer Höhne Ende April, die Ablöse für den in der kommenden Saison vertraglich gebundenen Gavel müsste im siebenstelligen Bereich liegen. Das heißt: eine Million Euro aufwärts. Auch zum Playoff-Start hat den fränkischen Club aber noch kein Angebot aus München erreicht, wie Höhne versichert. "Natürlich planen wir erstmal mit Anton, er steht unter Vertrag." Zunächst mal beginnen am Samstag (18.30 Uhr/Dyn) die Playoffs mit Spiel eins des Viertelfinals gegen Gavels Ex-Club Ratiopharm Ulm. Ein möglicherweise folgendes Halbfinale würde gegen Alba Berlin steigen. Im Endspiel könnte es zum Duell kommen: Meister Bayern gegen Herausforderer Bamberg. Der Club mit dem höchsten Etat gegen den mit dem geringsten Budget. "Ich glaube schon, dass wir in Serien gegen München und Berlin nicht der klare Außenseiter wären. Das wird schwer für jeden Gegner. Bayern wird sich auch schwertun gegen uns", sagte Höhne. Wessen Basketball dann sexy ist, zeigen die für Juni angesetzten Finalspiele. © dpa-infocom, dpa:260512-930-67962/1