Iran-Krieg: Donald Trump sieht Waffenruhe »auf der Intensivstation«, Iran bleibt unbeeindruckt

Datum12.05.2026 05:19

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump sieht die Waffenruhe mit Iran als kritisch an, da er das iranische Friedensangebot ablehnt. Iran zeigt sich unbeeindruckt und fordert Reparationen, das Ende der Sanktionen und die Anerkennung seiner Souveränität. Die USA erwägen laut Medien neue Militärschläge und haben weitere Sanktionen verhängt, während ein Atom-U-Boot in Gibraltar liegt. Dies verschärft die Spannungen vor einem Treffen Trumps mit Chinas Staatschef.

InhaltDer US-Präsident erwägt Medienberichten zufolge neue Militärschläge gegen Iran – ein Atom-U-Boot legte in Gibraltar an. Dazu verhängt Trump weitere Sanktionen. In Teheran gibt man sich trotz der Drohgebärden stur. Die seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe mit Iran hängt nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump nur noch am seidenen Faden. Grund dafür sei der "dämliche Vorschlag" aus Teheran zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington. "Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe." Trump sagte, die Feuerpause liege quasi "auf der Intensivstation", wo ein Arzt hereinkomme und sage: "Sir, Ihr Angehöriger hat eine Überlebenschance von etwa einem Prozent." Dennoch glaube er weiterhin, dass eine diplomatische Lösung noch möglich sei, sagte er auf Nachfrage eines Journalisten. Iran gibt sich nach außen weiter unbeeindruckt. "Unsere Streitkräfte sind bereit, jeder Aggression mit einer lehrreichen Antwort zu begegnen", schrieb der iranische Parlamentssprecher und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf auf der Nachrichtenplattform X. "Wir sind auf alle Optionen vorbereitet." Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In dem von Iran vorgelegten Plan heißt es laut Staatsmedien, dass die USA Reparationen für die angerichteten Kriegsschäden in Iran zahlen müssten. Die Islamische Republik fordert demnach auch die volle Souveränität über die Straße von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte. Trump warf der Führung in Teheran vor, sich nicht an Zusagen zu halten. Iran habe zugestimmt, dass die USA das angereicherte Uran außer Landes schafften. "Aber sie haben ihre Meinung geändert, es stand nämlich nicht in dem Papier", sagte Trump. Iran wies einem Bericht zufolge Trumps Aussagen zurück. Das Verhandlungsteam habe nicht zugestimmt, das hoch angereicherte Uran außer Landes zu schaffen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Auch Berichte darüber, dass Iran einem Stopp der Urananreicherung für 15 Jahre zugestimmt hätte, seien gelogen, berichtete Tasnim weiter. Derartige Informationen seien "psychologische Kriegsführung", schrieb die Agentur, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahesteht. Am Montagabend (Ortszeit) traf sich Trump mit seinem Team für nationale Sicherheit, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Neben Vizepräsident JD Vance nahmen auch der Sondergesandte Steve Witkoff, CIA-Chef John Ratcliffe, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine an dem Treffen teil. Konkrete Ergebnisse wurden vorerst nicht bekannt. Der Sender CNN  meldet unter Berufung auf US-Regierungskreise, dass Trump derzeit Militärschläge ins Auge fasse. Besonders im Pentagon werde demnach ein aggressiveres Auftreten gefordert, nachdem wochenlange diplomatische Lösungsversuche gescheitert seien, hieß es. Bereits seit Sonntag liegt ein Atom-U-Boot der US-Marine in Gibraltar. Ob das Schiff im Rahmen des Irankriegs in Richtung Mittelmeer geschickt wurde, war zunächst unklar. Es ist ebenfalls noch nicht bekannt, um welches Exemplar der sogenannten Ohio-Klasse es sich genau handelt. U-Boote dieser Klasse sind mit sogenannten Trident-II-(D5)-Raketen bestückt, die mit mehreren nuklearen Sprengköpfen ausgestattet werden können. Üblicherweise geben die US-Streitkräfte die Position dieser U-Boote nicht bekannt. In diesem Fall ist das anders – und vermutlich eher kein Zufall. Das iranische Atomprogramm ist seit Jahren umstritten. Die USA, Israel und der Westen werfen der Führung in Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Iran bestreitet dies. Kritisch bewertet der Westen insbesondere die Bestände von rund 440 Kilogramm Uran, das in Iran auf 60 Prozent angereichert wurde und bei Weiterverarbeitung für den Bau mehrerer Atomwaffen dienen könnte. In dem seit über zwei Monaten dauernden Krieg mit Iran waren die diplomatischen Bemühungen um ein Friedensabkommen zuletzt ins Stocken geraten. Trump hatte den Vorschlag Irans bereits am Wochenende als "inakzeptabel" abgetan. Eine zweite Runde direkter Verhandlungen in Pakistan ist trotz mehrerer Versuche bisher nicht zustande gekommen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "Es gibt keine andere Möglichkeit, als die Rechte des iranischen Volkes anzuerkennen, wie sie in dem 14-Punkte-Plan dargelegt sind", schrieb Irans Parlamentssprecher Ghalibaf auf X. "Jeder andere Ansatz wird völlig erfolglos bleiben. (...) Je länger sie zögern, desto mehr werden die amerikanischen Steuerzahler dafür bezahlen müssen." Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen erhöhten die USA den wirtschaftlichen Druck auf Iran weiter. Die Regierung in Washington verhängte Sanktionen gegen mehrere Personen und Unternehmen, darunter Firmen mit Sitz in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die den Verkauf und den Transport iranischen Öls durch die Revolutionswächter nach China unterstützt haben sollen. Die neuen Sanktionen kommen kurz vor dem geplanten Treffen von Präsident Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping ab Mittwoch. Die Unterstützung aus China für Iran ist ein Spannungspunkt im Verhältnis zwischen Washington und Peking. So sind etwa chinesische Raffinerien die wichtigsten Abnehmer von Erdöl aus Iran. Das Thema dürfte eine wichtige Rolle bei dem Besuch Trumps bei Xi in Peking spielen (mehr dazu hier). Derweil berichtet das "Wall Street Journal" , dass die Vereinigten Arabischen Emirate schon seit Längerem geheime Angriffe in Iran durchführen. Demnach soll eine der Attacken bereits im April eine Ölanlage auf der Lavan-Insel im Persischen Golf getroffen haben. Eine offizielle Bestätigung der Emirate gibt es nicht. Sie gehören zu den engsten Verbündeten der USA in der Golfregion. Nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran Ende Februar war das Land stark von iranischen Angriffen betroffen. US-Präsident Donald Trump war angetreten, um den Systemrivalen Peking niederzuringen. Bei seinem zweiten Staatsbesuch wird er sich der Erkenntnis stellen müssen, dass er auf ganzer Linie gescheitert ist. Mehr hier im SPIEGEL-Leitartikel.