Datum12.05.2026 03:00
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der US-Bürger Trumps Ziele im Iran-Konflikt nicht kennen. Die militärischen Aktionen, die Ende Februar begannen, haben die Energiepreise stark ansteigen lassen, was die Haushalte belastet. Trump plant, die Benzinsteuer zu senken, um diesem Problem entgegenzuwirken. Trotz Schwierigkeiten erholten sich seine Zustimmungswerte leicht. Diplomatische Friedensbemühungen stocken.
InhaltDonald Trump ringt um einen Ausweg aus dem Irankonflikt, den er selbst angezettelt hat. Ernüchternde Umfragewerte zeigen, wie schlecht die Militärmission bei den Menschen in den USA ankommt. Seit dem 28. Februar tobt der Krieg im Nahen Osten. Was sich Donald Trump als schnelle, erfolgreiche Mission (so wie in Venezuela) vorgestellt haben dürfte, wird für den US-Präsidenten und seine Partei immer mehr zum Problem mit Blick auf die Midterm-Wahlen im November. Eine aktuelle Umfrage zeigt die Probleme der Trump-Regierung, wenn es um die Informationspolitik rund um die Militärschläge geht. Zwei Drittel der US-Bürger werfen Präsident Donald Trump einer Umfrage zufolge vor, die Ziele des Irankriegs nicht klar dargelegt zu haben. Dies geht aus einer am Montag abgeschlossenen Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters und des Instituts Ipsos hervor. Unter republikanischen Anhängern war das Bild erwartungsgemäß positiv gegenüber Trump. Doch selbst in dieser Gruppe erklärten noch 30 Prozent, dass sie unzureichend über die Ziele informiert wurden. Unter demokratischen Befragten sprachen sich 95 Prozent negativ aus. Bei den wichtigen unabhängigen Wählern attestierten 73 Prozent der Regierung eine schlechte Informationspolitik mit Blick auf den Irankrieg. Für die Erhebung wurden 1254 Erwachsene in den USA zwischen dem 8. und 11. Mai befragt. Die Schwankungsbreite liegt bei drei Prozent. Rund 63 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass die gestiegenen Energiekosten ihre Haushaltskasse belasten. Bei einer Umfrage Mitte März lag der Anteil noch bei 55 Prozent. Der Ende Februar mit US-israelischen Luftangriffen begonnene Konflikt hat die Benzinpreise in den USA um rund 50 Prozent in die Höhe getrieben. Trump will angesichts nun die Benzinsteuer des Bundes senken (mehr dazu hier). Er werde die Abgabe von 0,18 Dollar je Gallone (umgerechnet vier Eurocent pro Liter) für einen noch unbestimmten Zeitraum reduzieren, sagte Trump am Montag (Ortszeit) vor Journalisten. Auf die Frage nach der Dauer der Maßnahme erklärte er, sie werde "so lange wie angemessen" beibehalten. Für die Änderung benötigt er die Zustimmung des Kongresses. Staatliche Hilfen für die unter den hohen Kerosinkosten leidenden Fluggesellschaften sind Trump zufolge dagegen vorerst nicht geplant. Ein entsprechendes Rettungspaket sei ihm noch nicht wirklich vorgelegt worden, sagte er zuvor dem Sender CBS. Den Fluglinien gehe es "nicht schlecht". Die Unzufriedenheit über die hohen Benzinpreise könnte für Trumps Republikaner bei den Kongresswahlen im November zum Problem werden. Der Erhebung zufolge machen 65 Prozent der Wähler sie für die Preissteigerungen verantwortlich, 27 Prozent geben den Demokraten die Schuld. Bemerkenswert: Trumps Zustimmungswerte erholten sich laut der Umfrage leicht auf 36 Prozent, nachdem sie Ende April mit 34 Prozent den tiefsten Stand seiner aktuellen Amtsperiode erreicht hatten. Sie liegen damit jedoch weiter unter den 47 Prozent, mit denen er im Januar 2025 in seine zweite Amtszeit gestartet war. Die diplomatischen Bemühungen um ein Friedensabkommen waren zuletzt ins Stocken geraten. Trump hatte den Vorschlag Irans bereits am Wochenende als "inakzeptabel" abgetan. Eine zweite Runde direkter Verhandlungen in Pakistan ist trotz mehrerer Versuche bisher nicht zustande gekommen.