Reise: Griechenland beschließt neue Regeln gegen Massentourismus

Datum12.05.2026 01:56

Quellewww.zeit.de

TLDRGriechenland reagiert auf den Massentourismus mit neuen Bauvorschriften, insbesondere auf stark frequentierten Inseln wie Rhodos und Mykonos. Neue Hotels dürfen dort maximal 100 Betten haben. Der Küstenschutz wird verstärkt, mit einem Baustopp in 25 Metern Entfernung zum Meer. Ziel ist ein nachhaltigeres Tourismusmodell zur Entlastung von Umwelt und Infrastruktur. Die Reform tritt Ende Juni in Kraft.

Inhalt38 Millionen Menschen besuchen Griechenland im Jahr, viele Ziele gelten als überfüllt. Dem will die Regierung mit Auflagen für Hotels und Neubauten entgegenwirken. Die griechische Regierung hat neue Bauvorgaben zur Eingrenzung von Massentourismus angekündigt. Kern der neuen Regeln ist laut Tourismusministerin Olga Kefalogianni eine Einteilung der Regionen nach ihrer touristischen Belastung. Bekannte Ferieninseln wie Rhodos, Kos, Santorini oder Mykonos sollen strengere Bauauflagen erhalten. In besonders belasteten Inselregionen dürfen neue Hotels künftig höchstens 100 Betten haben. Auch die Vorgaben für Neubauten werden strenger. Hotels außerhalb offizieller Baugebiete dürfen nur noch auf großen Grundstücken entstehen. Je nach Region müssen diese mindestens acht bis 16 Hektar groß sein. Damit will die Regierung verhindern, dass immer mehr Gebäude ungeordnet in die Landschaft gesetzt werden. Zudem sollen die Küsten besser geschützt werden. In einem Bereich von bis zu 25 Metern am Meer dürfen grundsätzlich keine neuen Gebäude mehr entstehen. Ausnahmen gelten nur für notwendige Zugänge oder Rettungswege. Ziel der Regeln ist ein nachhaltigeres Tourismusmodell mit weniger Belastung für Umwelt, Strände und Infrastruktur, sagte Ministerin Kefalogianni. Umweltminister Stavros Papastavrou sprach von einer "historischen Reform". Der entsprechende Ministerialerlass mit den neuen Regeln soll Ende Juni in Kraft treten. Nach Angaben der griechischen Zentralbank kamen im Jahr 2025 fast 38 Millionen Touristen nach Griechenland – so viele wie noch nie zuvor. Besonders Inseln wie Santorini oder Mykonos gelten in der Hochsaison vielerorts als überfüllt. Bewohner klagen seit Jahren über Verkehrschaos, Wassermangel, steigende Mieten und eine überlastete Infrastruktur. In immer mehr europäischen Ländern gibt es Regeln zur Begrenzung von Tourismus. Die italienische Mittelmeerinsel Capri zum Beispiel erlaubt es von diesem Sommer an nur noch Besuchergruppen von maximal 40 Personen an Land zu gehen