Abgesetzter Bürgermeister Istanbuls: Ekrem İmamoğlu weist Spionagevorwürfe vor Gericht zurück

Datum11.05.2026 18:52

Quellewww.zeit.de

TLDRDer abgesetzte Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu weist Spionagevorwürfe vor Gericht zurück und bezeichnet die Anklageschrift als "Müll". Er fordert Beweise von den türkischen Geheimdiensten und nennt das Verfahren politisch motiviert. İmamoğlu, wichtigster Gegner von Präsident Erdoğan, soll angeblich Millionen von Daten an ausländische Dienste weitergegeben haben.

InhaltIn Istanbul läuft der Prozess gegen den inhaftierten türkischen Oppositionschef Ekrem İmamoğlu. Die Anklageschrift bezeichnete der Konkurrent Erdoğans dabei als "Müll". Der inhaftierte und abgesetzte Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu hat die gegen ihn erhobenen Spionagevorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Über die 159-seitige Anklageschrift sagte der 55-Jährige zum Auftakt des Verfahrens in Istanbul: "Das ist alles Müll." Falls Spionage stattgefunden habe, sollten der Geheimdienst MIT und alle zuständigen Nachrichtendienste hervortreten und der Nation konkrete Beweise vorlegen, sagte İmamoğlu weiter. "Schämen Sie sich, Herr Vorsitzender", sagte İmamoğlu zum Vorsitzenden Richter. Das Verfahren bezeichnete er zudem erneut als politisch motiviert und fragte, ob es ein Verbrechen sei, die Wahl in Istanbul zu gewinnen und in der türkischen Politik mitzureden. Er habe "keine einzige Seite" der Anklageschrift gelesen und werde dies auch nicht tun, fügte der Politiker der oppositionellen CHP an. Die Menschenrechtsorganisation MLSA, die den Prozess beobachtet, veröffentlichte İmamoğlus Äußerungen auf X. Die Staatsanwaltschaft wirft İmamoğlu und drei weiteren Angeklagten vor, Millionen persönlicher Daten von Einwohnern Istanbuls an ausländische Geheimdienste weitergegeben zu haben. İmamoğlu gilt als wichtigster politischer Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.