Datum11.05.2026 17:55
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Hantavirus-Risiko auf einem Kreuzfahrtschiff führt zu Quarantänemaßnahmen in Australien, während Bürgerproteste in Maintal den Bau eines Rechenzentrums stoppen. Die Debatte um eine mögliche Vermittlerrolle im Ukrainekrieg, mit Spekulationen über Altkanzler Schröder und andere europäische Persönlichkeiten, wird im Artikel ebenfalls beleuchtet.
InhaltIn Berlin wird spekuliert, wer im Ukrainekrieg vermitteln könnte. Australien ordnet wochenlange Quarantäne für Passagiere der MV "Hondius" an. Und in Maintal stoppen Bürger den Bau eines Rechenzentrums. Das ist die Lage am Montagabend. Die drei Fragezeichen heute: Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukrainekrieg? Insbesondere die SPD schien dem Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putins gar nicht abgeneigt. Doch heute hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas die Idee deutlich zurückgewiesen. "Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug", sagte sie. Auch der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, lehnt Schröder als Vermittler ab: "Wer über Jahre russische Interessen in Deutschland vertreten hat, besitzt weder die moralische noch die politische Legitimität, heute als Vermittler aufzutreten", sagte er. Schröder wird’s also nicht. Aber die Idee, dass sich die Europäische Union stärker einbringt und nicht alles dem diplomatisch kurzatmigen US-Präsidenten Donald Trump überlässt, stößt auf große Resonanz. Es wird wild über Namen spekuliert: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier könnte es doch machen, Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi. Mein Kollege Florian Gathmann warnt davor, derlei Bemühungen an Trump vorbei voranzutreiben: "Zu groß wäre sonst das Risiko, dass der für seine Eitelkeit berüchtigte Trump die Sache direkt wieder zunichtemacht", schreibt er. Heute verlassen die letzten Passagiere die MV "Hondius" – das Schiff, auf dem das Hantavirus ausgebrochen ist. Dass auch diejenigen, die keine Symptome zeigen, erst mal in Quarantäne müssen, ist logisch. Been there, done that. Dass Australien einen besonders strengen Umgang mit potenziell Infizierten pflegt, wissen wir ebenfalls seit der Coronapandemie. Und so ist es keine Überraschung, dass die sechs Passagiere, die zurück nach Australien reisen, erst mal für mindestens drei Wochen in einer speziellen Quarantänestation isoliert werden. Die vier Personen aus Deutschland müssen lediglich in häusliche Quarantäne. Wie lange genau, darauf gibt es bisher keine Antwort. Experten zufolge kann es von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit bis zu 45 Tage dauern. Also sechs Wochen. Die Fachleute halten einen neuen Pandemieausbruch weiterhin für unwahrscheinlich (hier mehr dazu ). Nun muss das nicht unbedingt etwas heißen: Auch als die ersten Ausbrüche des Coronavirus bekannt wurden, beschwichtigten viele Experten. Doch tatsächlich spricht einiges für ein geringes Risiko, darunter die Tatsache, dass das Hantavirus kein neuartiger Erreger ist. Forschende wissen also, wonach sie suchen müssen, und kennen den typischen Krankheitsverlauf. Was sie allerdings nicht ausschließen, sind kleinere Infektionscluster, also Krankheitsausbrüche in einem begrenzten Personenkreis, die nach einer kurzen Infektionskette enden. Das würde bei einer Sterberate von bis zu 40 Prozent dennoch für die Betroffenen Fürchterliches bedeuten. Überall auf der Welt werden gerade Rechenzentren gebaut, KI-Konzerne planen Neubauten im Wert von Hunderten Milliarden Dollar. Deutschland will da natürlich mitmischen – zumindest theoretisch. Denn wie so oft heißt es: "Not in my backyard" oder "Bitte nicht vor meiner Haustür". In Maintal bei Frankfurt wollte das US-Unternehmen Edgeconnex rund eine Milliarde Euro investieren, um ein Rechenzentrum zu bauen – betrieben von einem eigenen Gaskraftwerk. Doch nach Bürgerprotesten ist das Projekt jetzt offenbar auf Eis gelegt . Es ist bereits die zweite spektakuläre Absage in kurzer Zeit: Erst im Februar hat die Stadt Groß-Gerau ein Rechenzentrum mit einer geplanten Investitionssumme von 2,5 Milliarden Euro verhindert. Die Proteste seien nachvollziehbar, schreiben meine Kollegin Kathrin Werner und mein Kollege Torsten Kleinz, weil die Gemeinden vor Ort wenig von den Investitionen haben: "Ist ein Rechenzentrum einmal gebaut, benötigt es nur wenige qualifizierte Arbeitskräfte." Außerdem sind die Maintaler keineswegs renitent: Ein weiteres Rechenzentrum des US-Konzerns Amazon soll weiterhin gebaut werden. So viel Geld schenkt Ihnen der Staat für Ihren ETF-Sparplan: Die Riester-Rente ist tot – aber lohnt sich das neue Altersvorsorgedepot für Sie? Mit unseren interaktiven Rechnern sehen Sie sofort, wie viel staatliche Zulage Ihnen zusteht und wie viel Geld Sie am Ende in Ihrem Depot haben könnten . Nicht mit ihr: Die Sängerin Dua Lipa, 30, hat Samsung vor einem kalifornischen Gericht auf 15 Millionen US-Dollar Schadensersatz verklagt. Das Unternehmen hat wohl zu Werbezwecken ein Foto von Lipa auf den Karton eines Fernsehers montiert – ohne Einwilligung der Sängerin. Lipa habe den Elektronikhersteller aufgefordert, das Bild nicht weiterzuverwenden, schreibt das Magazin "Variety", das aus der Klageschrift zitiert. Demnach habe sich das Unternehmen "abweisend und gefühllos" verhalten und die Aufforderung abgelehnt. Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Könnten Sie beim Streaminganbieter RTL+ die ersten Folgen von "Prominent Getrennt" anschauen. In dem Reality-TV-Format müssen ehemals liierte Paare in Spielen als Team funktionieren. Warum das interessant und alles andere als banal ist? Meine Kollegin Anja Rützel argumentiert, dass die aktuelle Staffel ein "politisches Lehrstück" sei. Weil sie die patriarchalen Abgründe einiger Kandidaten offenlege. (Hier Anjas ganzer Text .)Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. HerzlichIhre Laura Backes, Autorin