GdP Niedersachsen: Kehrtwende: Polizeigewerkschaft ist jetzt für Taser

Datum20.11.2025 10:36

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen spricht sich nun für eine schrittweise Einführung von Tasern in der Polizei aus, nachdem sie ihre ursprüngliche ablehnende Haltung überdacht hat. Diese Entscheidung wurde auf dem Landesdelegiertentag in Osnabrück getroffen. Die GdP argumentiert, dass eine kontrollierte Einführung unter Berücksichtigung medizinischer und juristischer Aspekte notwendig sei. Aktuell sind Tasern nur Spezialeinheiten vorbehalten, aber die GdP plant Tests bei Interventionskräften und wünscht eine flächendeckende Nutzung basierend auf den Ergebnissen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „GdP Niedersachsen“. Lesen Sie jetzt „Kehrtwende: Polizeigewerkschaft ist jetzt für Taser“. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für eine schrittweise Einführung des Tasers in Niedersachsens Polizei aus. Das beschloss die Gewerkschaft auf ihrem Landesdelegiertentag in Osnabrück. Damit vollzieht die GdP eine Kehrtwende. Noch Anfang 2024 hatte Landeschef Kevin Komolka erklärt, die Polizei habe genug Einsatzmittel. "Wir brauchen keine zusätzliche Waffe am Gürtel, mit der wir uns neben weiterem Gewicht zudem hohe Kosten, enormen Trainingsaufwand und viele ungeklärte juristische Fragen ans Bein binden", sagte Komolka damals der "Nordwest-Zeitung". Auch Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hatte sich gegen Taser positioniert. Wie die GdP jetzt erläuterte, prüfte sie vor ihrer neuen Haltung in Fachtagungen sowohl medizinische Bedenken als auch juristische Aspekte und die Notwendigkeit einer Ausstattung über die Spezialeinheiten hinaus.  Auch vor dem Hintergrund von Erfahrungen aus anderen Bundesländern sei man zu dem Schluss gekommen, dass eine schrittweise Einführung mit strenger wissenschaftlicher Evaluation im Sinne der Kolleginnen und Kollegen sei. Bislang stehen die Distanzelektroimpulsgeräte nach GdP-Angaben in Niedersachsen nur dem Spezialeinsatzkommando zur Verfügung. Geht es nach der Gewerkschaft, könnten sie nun zunächst auch bei Interventionskräften in den Polizeiinspektionen sowie in zwei durchgehend besetzten Dienststellen getestet werden. Auf Grundlage dieser Erfahrungen könne dann eine flächendeckende Einführung im Einsatz- und Streifendienst folgen. © dpa-infocom, dpa:251120-930-316675/1