Datum11.05.2026 14:46
Quellewww.zeit.de
TLDRDer indigene Rapper „Supaman“ (Christian Parrish Takes the Gun) besuchte Radebeul, um mit Klischees über Native Americans aufzuräumen. Er erklärte Schülern, dass seine Lebensweise modern ist und nicht den stereotypen Darstellungen entspricht. Supaman verbindet Hip-Hop mit seiner Apsáalooke-Kultur und ist auch ein renommierter Tänzer. Er tourt weltweit mit Workshops und trat bei den Karl-May-Festtagen auf.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Indigener Rapper“. Lesen Sie jetzt „"Supaman" räumt mit Klischees über Native Americans auf“. Schüler einer siebten Klasse am Radebeuler Lößnitzgymnasium haben den indigenen Rapper und Künstler "Supaman" getroffen. Mit Federn und Schmuck sowie in traditioneller, farbenfroher Kleidung und Mokassins war er vor Ort, um den Kindern und Jugendlichen die Kultur der Apsáalooke näherzubringen und mit Klischees aufzuräumen. "Ich laufe nicht immer so herum. Ich kleide mich normal. Ich habe einen Job. Ich wohne in einem Haus in einem kleinen Ort mit 2.000 Einwohnern", erklärt "Supaman", der den bürgerlichen Namen Christian Parrish Takes the Gun trägt. Er ist amerikanischer Ureinwohner und einer von heute noch rund 14.000 Angehörigen des im US-Bundesstaat Montana beheimateten Apsáalooke-Stammes. Bekannt geworden ist er mit seiner Hip-Hop-Musik, die Themen, Melodien und Instrumente seiner Kultur in ein zeitgenössisches Gewand packt. Zugleich ist er "Fancy War Dancer". Bei Tanzwettbewerben im Rahmen sogenannter "Powwows", kulturellen Treffen indigener Stämme, performt er dabei Choreographien zu traditioneller Stammesmusik. Entgegen üblicher, traditioneller Riten bedienten sich die Teilnehmer dabei frei aus Tänzen aller mehr als 600 indigener Stämme der USA, erklärt er. "Viele Leute kennen uns nur aus alten Filmen, wo wir Büffel jagen, in Tipis leben und ständig kämpfen", sagt er. "Das ist die alte, stereotype Geschichte. Viele denken, Native Americans seien immer noch so – aber wir sind heute genau wie ihr." Die Siebtklässler nutzten die Gelegenheit, um den 48-Jährigen über Jagd, Kriegsgeschichte, Sprache und den Alltag in den Reservaten amerikanischer Ureinwohner auszufragen. Parrish erzählte, wie er mit einem Musikvideo gemeinsam mit dem Rapper "Taboo" von der mehrfach Grammy-prämierten Hip-Hop-Gruppe "Black Eyed Peas" 2017 einen der begehrten "MTV Video Music Awards" gewann und dabei in seiner Stammessprache rappte. Mit seinen Workshops reist er um die ganze Welt, war bereits an Schulen in Taiwan, Frankreich und Schweden zu Gast. Am Wochenende steht er bei den 33. Karl-May-Festtagen in Radebeul mit seiner Musik auf der Bühne. © dpa-infocom, dpa:260511-930-65217/1